Durchfall bei Katzen

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Katze sitzt auf der Toilette und schaut grimmig.
Bilevich Olga / Shutterstock.com

Die Ursachen von Durchfall bei Katzen können extrem vielseitig sein, ebenso wie es beim Menschen tausend Gründe für ein gestörtes Verdauungssystem haben kann. Eine Katze hat bei Durchfall meist etwas Falsches zu sich genommen. Darüber hinaus ist dünnflüssiger Stuhl aber auch ein Zeichen von Wurmbefall, ebenso könnten es Viren oder Bakterien gewesen sein, die den Durchfall ausgelöst haben und damit die Darmflora gestört hatten. Magen- und Darmstörungen sind dabei alles andere als angenehm und auch das Tier möchte diese Störungen schnellstmöglich wieder losbekommen. Zu denken ist darüber hinaus auch immer an Gift, wonach Katzenbesitzer schnell handeln sollten.

Die Katze hat Durchfall – Wissenswertes zum Thema

Flüssiger Kot wird umgangssprachlich als Durchfall, in medizinischen Fachkreisen als Diarrhoe bezeichnet. Passiert dies regelmäßig, also scheidet die Katze häufiger flüssigen Kot aus, so besteht kurz- und langfristiger Handlungsbedarf. Durchfall ist dabei keine wirkliche Krankheit, dennoch ein Symptom, welches ernstzunehmen ist. Immerhin bedeutet flüssiger Stuhlgang – ähnlich wie beim Menschen – einen enormen Flüssigkeitsverlust. Hält der Durchfall längere Zeit an, so kann es zu einer Austrocknung und Dehydrierung kommen.

Einmaliger Durchfall jedoch ist noch kein Grund zur Panik und oftmals sind es harmlose Gründe, weswegen die Katze auf diese Weise reagiert. Es muss also nicht immer direkt ein Tierarztbesuch folgen. Der Grund dafür ist, dass Durchfall auch eine bestimmte Funktion, nämlich eine Reinigungsfunktion hat. Soll heißen, dass sich im Darm Dinge befinden, die dort nicht hingehören oder nicht vertragen werden. Sie müssen auf schnellstem Wege das Innere verlassen. Der Körper befördert die Ware mit viel Flüssigkeit und ziemlich schnell nach Draußen, nach ein- oder zweimal Toilettengang ist es dann auch meist erledigt.

Katze Durchfall erkennen – welche Symptome gibt es?

Hunde & Katzen Sprechstunde – Durchfall und Erbrechen von Haustieren

Das größte Anzeichen für Durchfall ist natürlich der Kot selbst, welcher sich in flüssiger Form zeigt. Freigänger, welche mit einer Katzenklappe ein- und austreten können, bevorzugen meist ihr Geschäft im Freien zu erledigen. Dann bekommt man es als Katzenbesitzer oft nicht richtig mit, wenn das Tier Durchfall hat. Die meisten Durchfälle sind aber ohnehin schnell wieder verschwunden, sodass man hier nicht länger nachforschen muss. Bei länger anhaltendem Durchfall lässt auch  meist das Reinheitsverhalten der Katze nach und das Tier säubert sein Hinterteil nicht mehr richtig. Das passiert vor allem dann, wenn der Durchfall chronisch wird.

Mögliche Ursachen im Überblick:

  • schlechtes oder verdorbenes Futter (Rohfleisch)
  • zu viel milchhaltige oder zuckerbeigesetzte Lebensmittel wie Brot oder Kuchen
  • Freigänger hat Maus oder Ähnliches gefressen
  • Futtermittelallergie
  • Futterumstellung
  • Fremdkörper der nichts mit Nahrung zu tun hat
  • Würmer und Parasiten
  • Giardien
  • Viren
  • Bakterien
  • Gift, Reinigungsmittel, Pflanzengift
  • Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes
  • Infektionen der Bauchspeicheldrüse oder eine Dünndarminfektion
  • Stress und psychische Probleme
  • Antibiotika oder andere Medikamente als Nebenwirkung

Hat die Katze Durchfall, so kann sich dies auch in einem deutlich erkennbaren Gewichtsverlust äußern. Dieser ist für das Tier sogar ziemlich gefährlich, zumal es der Katze dabei nicht mehr gut gehen kann. Liegt bereits eine deutliche Austrocknung des Tieres vor, so kann man dies einfach und unkompliziert am Rücken und mit Hilfe einer Hautfalte testen. Dabei zieht man einfach ein Stück Haut nach oben und lässt los. Zieht sich die Falte nur extrem langsam wieder zurück, so kann man davon ausgehen, dass die Katze dehydriert und zu wenig Flüssigkeit in sich trägt.

Für einen Tierarztbesuch wird eine Kotprobe nötig sein, denn sie gibt nicht nur den Hinweis, dass die Katze an Durchfall erkrankt ist, vielmehr geht es jetzt um die Ursachenfindung. So kann der Tierarzt den Kot auf Wurm- oder Bakterienbefall untersuchen. Ebenso erkennt der Tierarzt, ob bereits Blut im Stuhl ist oder ob vielleicht Viren der Auslöser waren. Je nach Ursache kann der Arzt nun eine geeignete Therapie einleiten.

Katze sitzt mitten in einem Toilettenpapier stapel.
Irina Kozorog / Shutterstock.com

Ursachen erkennen – mögliche Merkmale:

  • auffällig heller Durchfall deuten auf eine Bauchspeicheldrüsen Erkrankung hin oder könnten ein Hinweis auf Leberprobleme sein
  • Blutungen im Darm sind durch sehr teerartigen oder auffällig dunklen Kot gut zu deuten
  • Giardien verursachen in der Regel eine schleimige Konsistenz des Durchfalls
  • roter Blut im Durchfall deuten auf akute Verletzungen im Darmbereich hin, könnten aber auch ein Anzeichen für Hämorrhoiden sein. Auch entzündliche Prozesse können mit Blutungen einhergehen.
  • Wurmbefall ist in fortgeschrittenem Stadium schon mit sichtbaren Tierchen im Kot erkennbar.

Mittel gegen Durchfall bei Katzen – was kann man direkt tun?

Durchfall hat immer einen Grund und womöglich ist dieser in einer Futterumstellung oder in neuen Leckerlies zu finden. Hat das Tier etwas gefressen, was es sonst nicht bekommt? Dann ist gegebenenfalls die Ursache schnell gefunden und beseitigt. Auch Medikamente können diverse Nebenwirkungen auf den Tagesplan rufen, sodass man hier kurz mit seinem Tierarzt telefonieren und Rücksprache halten könnte.

Zu berücksichtigen ist auch, dass einige Tiere eine Lebensmittelallergie haben. So kann Brot oder Süßigkeiten, Milche und andere stärkehaltige Produkte, Durchfall auslösen. Andere Katzen vertragen kein Rindfleisch. So kann eine Futterumstellung die Lösung für das Durchfallproblem sein. Dies sollte man jedoch nicht noch am selbigen Tag machen, denn das Tier darf ruhig 1-2 Tage fasten. Darüber hinaus muss darauf geachtet werden, dass die Katze genug trinkt. Bei  jüngeren Katzen kann man eine Elektrolytmischung zugeben, welche es beim Tierarzt zu holen gibt.

Wann sollte ich einen Tierarzt aufsuchen?

  • Bei Durchfall der bereits länger als 24 Stunden anhält und keine Besserung zeigt
  • apathisches herumliegen der Katze
  • Futterverweigerung und Verweigerung von Wasser
  • bei Fieber oder erhöhter Temperatur in Kombination mit Durchfall
  • wasserähnlicher Kot, welcher kaum noch Nahrungsbestandteile enthält
  • Blut im Stuhl
  • schwarzer, teerartiger Kot
  • zusätzliches Erbrechen und/oder starke Bauchschmerzen

Wichtig: Menschen können sich vor Austrocknung schützen, eine Katze kann ziemlich schnell verenden, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird.

Medikamente / Behandlung / Hausmittel

Medikamente vom Tierarzt sind in der Regel dann notwendig, wenn es sich um eine Infektion oder einen viralen Befalln handelt. Auch dann, wenn es sich um Würmer handelt. Letzteres muss mit einem Wurmmittel behandelt werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass man einem Wurmbefall sehr gut vorbeugen kann, indem man das Tier generell regelmäßig entwurmt. Dies ist vor allem bei Freigängern Pflicht, vor allem im Frühjahr und Herbst.

Die Behandlung vom Arzt sollte vom Tierbesitzer fortgeführt werden, stets nach Plan und Vorgabe. Nur dann kann sich das Tier vollständig erholen. In einigen Fällen verabreicht der Tierarzt auch noch ein Mittel, welches den Durchfall einige Zeit stoppt. Im Anschluss an die Behandlung ist es ratsam, dem Magen- und Darmtrakt etwas Gutes zu tun und die Darmflora wieder zu stärken. Dies kann man beispielsweise mit spezieller Schonkost tun oder aber mit Tee und einigen Hausmitteln. Dies unterstützt den Genesungsprozess, wenn vom Tierarzt abgesegnet.

Tipps bei Verdauungsstörungen der Katze:

  • Lebensmittel- oder Fresstagebuch führen und Hinweise auf Lebensmittelunverträglichkeiten notieren.
  • Häufigkeit und Zeitpunkt der einzelnen Ausscheidungen notieren, inkl. Konsistenz und Veränderungen (plötzlich Blut im Kot)
  • akuter Durchfall mit Futterentzug begegnen und Fastentag in der Wohnung durchziehen, dabei kein Freigang
  • frisches Wasser zur Verfügung stellen und Trinkverhalten streng beobachten! Ggf. Elektrolyte beimischen um Mineralstoffverlust auszugleichen.
  • gekochtes Hühnchen, Karotten und Reis am nächsten Tag verabreichen
  • Kotprobe für den Tierarzt entnehmen
  • Wurmkur bei deutlich sichtbaren Würmern im Stuhl

Verhaltensänderungen fallen in der Regel ziemlich schnell auf, sodass Katzenbesitzer auch ziemlich schnell reagieren können. Katzen zeigen ihren Menschen nämlich alsbald, wenn etwas nicht stimmt.

Weiterführende Informationen:


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