Katzenschnupfen – Symptome, Behandlung und Vorbeugung

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Katze die an Katzenschnupfen erkrankt ist.
Andrey_Kuzmin / Shutterstock.com

Auch Katzen leiden hin und wieder an Schnupfen, dem so genannten Katzenschnupfen. Einer Krankheit, die unter den Tieren weit verbreitet ist und gegen die sogar eine Katzenimpfung Schutz bieten kann. Neben Tollwut und der Katzenseuche wird gegen den Schnupfen der Katze sogar schon ab der 8. Lebenswoche geimpft. Und das sogar aus gutem Grund, denn so niedlich das Wort Katzenschnupfen auch klingt, für das Tier ist er ziemlich gefährlich. Außerdem darf diese Art Schnupfen nicht mit einem üblichen Menschenschnupfen oder einer kleinen Erkältung verwechselt werden. Es handelt sich tatsächlich um eine gefährliche Katzenkrankheit. Doch woran erkenne ich einen Katzenschnupfen, wie ist er zu behandeln und welche Symptome zeigen sich?

Symptome

Woran kann ich einen Katzenschnupfen erkennen? Diese Frage sollten sich alle Katzenbesitzer stellen, und zwar bereits in den ersten Wochen eines Katzenlebens. Denn gerade für die ganz Kleinen kann der Katzenschnupfen einen tödlichen Verlauf nehmen. Erkennbar wird der Schnupfen meist erstmals durch einfaches Niesen. Häufen sich die Niesanfälle, so sollte man definitiv erste Alarmglocken hören. Hinzu kommen schließlich ein eitriger Augen- und Nasenausfluss. Schließlich wird der Schnupfen bei Katzen auch als Katzenpneumonie oder Katzenrhinitis bezeichnet.

Symptome im Überblick

  • allgemeine Trägheit und Abgeschlagenheit
  • teils aphatisches Verhalten
  • niesen
  • Appetitlosigkeit
  • Ausfluss aus Augen und Nase, zunächst dünnflüssig, später eitrig und gelb
  • Bindehautentzündung
  • Atembeschwerden, rasseln in der Lunge beim Atmen
  • Schmerzen beim Fressen und daher Futterverweigerung
  • Blasen und Geschwüre auf der Zunge

Was sind die Ursachen von Katzenschnupfen?

Der Schnupfen kann zunächst eine einfache Erkrankung der Atemwege darstellen. Auch die Schleimhäuter der Katze sind betroffen. Nun gibt es natürlich verschiedene Ausprägungen, Fakt ist jedoch, wer zu lange mit einer Behandlung wartet, der riskiert das Leben der Katze. Die Krankheit wird in der Regel von Viren oder Bakterien ausgelöst. Das bedeutet, dass das Tier zudem höchst ansteckend ist. Bei einer Wohnungskatze mit Artgenossen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die anderen Tiere erkrankt sind. Während der Inkubationszeit treten nämlich noch keine Symptome auf, sodass sich der Schnupfen in aller Ruhe ausbreiten kann.

Halten wir also fest, dass die Viren und Bakterien, durch eine Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen werden. Also beispielsweise durch die Aufnahme des gleichen Futters aus einem Napf. Auch wenn die Katze niest oder speichelt kommt es zu einem Übertrag der Viren. Das gefährliche daran ist, dass die Viren und Bakterien auch eine Weile ohne ihren Wirt überleben können.

Charakteristisch sind Bläschen und Geschwüre auf der Zunge zu erkennen. Auch die Schleimhäute weisen diese unschönen Gebilde auf. In sehr schwerwiegenden Fällen kommt es sogar zu Nekrosen, bei schwangeren Katzen tritt nicht selten eine Fehlgeburt auf. Sobald der Katzenschnupfen die Atemwege erreicht hat, treten Atembeschwerden, Atemgeräusche und ein durchweg apathisches Verhalten aufgrund der Schmerzen auf. Das Tier leidet nicht selten später an einer Lungenentzündung und einem Katarrhe.

Behandlung

Kranke Katze schläft und Ruht sich aus, da sie Krank ist.
Santi Nanta / Shutterstock.com

Generell ist Vorbeugung natürlich die beste Maßnahme gegen den lästigen Schnupfen der Katze. Dies kann man zum einen mit passenden Hausmitteln tun, oder aber mittels einer Impfung. Diese wird von Tierärzten schon ab der 8. Lebenswoche empfohlen. Immerhin kann der Katzenschnupfen für Kitten durchaus extrem gefährlich sein. Ist die Erkrankung trotz oder aufgrund fehlender Impfung – beide Fälle sind möglich, da eine Impfung nie einen 100 prozentigen Schutz bietet, das Risiko jedoch stark einschränkt – ausgebrochen, so wird der Tierarzt ein Breitbandantibiotikum verabreichen. Dieses wirkt entgegen der Viren und liefert dem Immunsystem wichtige Proteine, um diese aus dem Körper ausscheiden zu können. Bei einem bakteriellen Befall müssen bakteriostatische Medikamente verabreicht werden. Diese regulieren die Ausbreitung der Bakterien und damit auch die Verbreitung der Krankheit.

Katzenschnupfen Medikamente

Damit der Tierarzt jedoch die richtigen Medikamente verabreichen kann, muss dieser zunächst eine Blutprobe nehmen. Auch Abstriche von der Zunge und den Schleimhäuten werden gemacht. In der Regel nutzt der Tierarzt auch die eitrigen Sekrete der Augen oder der Bindehaut, um die Erreger zu ermitteln. Natürlich wird der Tierarzt auch sicherstellen, dass es sich wirklich um einen solchen Schnupfen handelt. Immerhin kann es durchaus passieren, dass Allergien oder Asthma ursächlich sind.

Die medikamentöse Behandlung wird bei einem Schnupfen nicht ausbleiben. Sie lindern zunächst die Atembeschwerden und lassen die Infektion abschwellen. Begleitend dazu empfiehlt es sich aber natürlich, gewisse Hausmittel zur Unterstützung heranzuziehen. So kann man mit Hilfe ätherischer Öle versuchen, die Katze inhalieren zu lassen. Geeignet wäre in diesem Fall ein Kamillenöl. Wichtig ist natürlich auch, die austretenden Flüssigkeiten um die  Augen zu entfernen. Am besten mit einem feuchten Tuch, ohne Cremes oder Öle. Bei einem appetitlosen Verhalten sollte man die Katze dazu motivieren, etwas zu Fressen. Hier dürfen Katzenbesitzer sämtliche Geschütze auffahren, die der heimische Katzenvorat zu bieten hat. Es ist an dieser Stelle unglaublich wichtig, dass das Tier frisst.

Bei Entzündungen im Maul oder im Rachen wird die Katze Schmerzen beim Schlucken haben. Bestehen Schluckbeschwerden, so bietet man dem Tier nur sehr weiches Futter an. Verweigert das Tier auch die Aufnahme von Wasser, müssen Besitzer mit einer aufgezogenen Spritze nachhelfen. Immerhin trocknen Katzen enorm schnell aus und verlieren auch extrem schnell Gewicht. Dies kann für die Katze nach nur wenigen Tagen tödlich enden oder in einem Schock ausarten. Eine künstliche Ernährung per Infusion wäre eine Alternative, wenn sämtliche Ernährungsversuche scheiterten.

Katzenschnupfen – ist er ansteckend für den Menschen?

Kranke Katze die in einen Decke eingewickelt ist.
Zanna Pesnina / Shutterstock.com

Theoretisch ist der Schnupfen für den Menschen nicht gefährlich oder übertragbar. Wer eine kranke Katze zuhause hat, der kann sich also ohne Ängste um sie kümmern. Kinder und Schwangere sollten sich dennoch von dem Tier fernhalten, da ein Übertrag anderer Viren oder Bakterien immer möglich ist. Eine gute Hygiene ist deshalb wirklich wichtig. Nach dem Anfassen der Katze Hände waschen, die umliegenden Gegenstände desinfizieren und häufiger mal dort putzen, wo sich die Katze aufhält. Dann läuft man kaum Gefahr, sich mit Schnupfen zu infizieren. Gefährlich ist der Schnupfen allerdings für andere Tiere, insbesondere Katzen. Während der Erkrankung sollte man die Tiere möglichst trennen, auch wenn sie sich schon gegenseitig infiziert haben.

Schon nach einem oder fünf Tagen kann es nach einer Infektion zu ersten Symptomen kommen. Typisch ist es zunächst, dass die Katze träge, matt und unverhältnismäßig müde wirkt. Natürlich denkt man an dieser Stelle an tausend mögliche Erkrankungen, denn kranke Katzen ziehen sich generell zurück und verfallen auch nicht selten in einen apathischen Zustand. Kommt jedoch häufiges niesen und Appetitlosigkeit hinzu, so ist an einen Katzenschnupfen zu denken. An dieser Stelle kann der Katzenbesitzer Fieber messen und die Lymphdrüsen am Kopf und die Mandeln abtasten. Ist hier eine Schwellung zu erkennen, zusammen mit erhöhter Temperatur, so liegt eine Infektion sehr nahe. Später kommt ein gesteigerter Tränenfluss hinzu, wobei einige Katzen direkt mit einer starken Bindehautentzündung reagieren. Der Schleim aus den Nasenöffnungen und dem Mund verstopft die Atemwege und das Tier bekommt hörbar kaum noch Luft.

Katzenschnupfen trotz Impfung – wie kann das sein?

Der Schnupfen bei der Katze wird durch unterschiedliche Erreger ausgelöst, also nicht nur von einem im Speziellen. So kann es sein, dass der Schnupfen aufgrund von Caliciviren, Herpesviren oder aber Chlamydien und Mykoplasmen ausgelöst wird. Auch Bordetellen sind zu nennen. Dennoch kann nie ausgeschlossen werden, dass auch viele andere Viren oder Bakterien die Verursacher sind. Und so bietet auch die Impfung mit ihrer handvoll Schutz gegen bestimmte Viren Lücken im System. Auch dann, wenn mehrere Erreger Schuld am Ausbruch der Krankheit sind.

Schnupfen bei Katzen impfen – sinnvoll oder nicht?

Generell zählt der Katzenschnupfen neben der Tollwut zu den gefährlichsten Katzenkrankheiten, welche sich unter Freigängerkatzen nur allzu gerne verbreiten. Eine Impfung ist zwar keine 100 prozentige Garantie, dennoch ein gewisser Schutz vor häufig vorkommenden Viren und Bakterien. Wer eine Freigängerkatze hat, der könnte einen wertvollen Beitrag dazu tun, die Ausbreitung des Schnupfens zu verhindern oder einzudämmen. Ebenso wie es auch bei der Kastration der Fall ist. Ab der 8. Lebenswoche sollte der Katzenschnupfen geimpft werden, eine Auffrischung erfolgt schließlich nach weiteren vier bis sechs Wochen. So ist die Katze für die nächsten 2-3 Jahre geschützt. Bei einer Mehrkatzenhaltung wird die Impfung ebenfalls stark empfohlen, da hier immer ein größeres Risiko einer Infektion besteht. Und auch reine Hauskatzen sollten geimpft sein, bedenkt man doch, dass die Viren und Bakterien auch vom Menschen hereingetragen werden können.


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