Verstopfung bei Katzen

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Katze hat Verstopfung und sitzt deswegen unglücklich auf der Toilette.
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Probleme mit dem Verdauungstrakt können sich auf vielseitige Weise äußern, manchmal in Form von Durchfall, aber auch im genauen Gegenteil, der Verstopfung bei Katzen. Hier kommt der Kot nicht in flüssiger Form heraus, sondern verbleibt im Verdauungssystem, meist in den Darmabschnitten. Das bedeutet, dass sich die Nahrungsmittel nicht wie üblich vom Magen in die Darmabschnitte schieben und letztendlich ausgeschieden werden. Bei der Verstopfung bleiben die Überbleibsel der Nahrung im Darm und sammeln sich dort an. Auch hierbei handelt es sich um eine ernstzunehmende Angelegenheit, die unter Umständen tödlich für das Tier enden kann.

Wann hat eine Katze Verstopfung?

Generell soll eine Katze täglich Nahrung aufnehmen und ebenso jeden Tag mindestens einmal Kot absetzen. Manche Katzen koten nur jeden zweiten Tag oder gar mehrmals pro Tag. All diese Rhythmen sind völlig normal und keine Verstopfung. Hat das Tier jedoch länger als diesen Zeitraum keinen Stuhlgang, so stimmt etwas nicht. Zum einen könnte es sich um vorübergehende Beschwerden handeln, in anderen Fällen ist auch eine schwerwiegende Ursache zu nennen. Eine leichte Verstopfung ist dann zu erkennen, wenn das Tier zwar Kot absetzt, dieser aber extrem hart, dunkel und schwer herauszudrücken ist. Die Katze hat regelrecht Schwierigkeiten während dem Stuhlgang und der Stuhl ist hart. Eine hartnäckige Verstopfung kann dazu führen, dass überhaupt kein Kot mehr herauskommt, im schlimmsten Fall kann der Dickdarm den Kot überhaupt nicht mehr weitergeben.

Man nennt diese Verstopfungsgrade auch:

  • Konstipation bei seltenem, verhärteten Stuhlgang
  • Obstipation bei hartnäckiger Verstopfung und Stuhlgang nur alle 2-4 Tage
  • Koprostase bei der stärksten Form ohne jegliche Kotweiterleitung und starker Beschwerden

Gefahren einer Katzen Verstopfung

Katzen haben übrigens nicht selten Verstopfung und in den meisten Fällen handelt es sich um eine vorübergehende Verstopfung, die selbst einfach in den Griff zu kriegen ist. Für die Katze sind diese kleinen Unregelmäßigkeiten auch kein Problem und auch nicht gefährlich. Gefährlich wird es erst dann, wenn die Beschwerden häufiger werden und auch auffällig wenig Kot produziert wird. Schon nach wenigen Tagen kann der Fettstoffwechsel die Leber belasten, was einer fehlenden Eiweißzufuhr geschuldet ist. Die Fette werden nicht mehr abtransportiert und die Leber verfettet zunehmend.

Darüber hinaus kann die Katze unter sehr starken Schmerzen leiden und es mit Kreislaufproblemen zu tun bekommen. Auch eine Austrocknung, aufgrund von Nahrungs- und Wasserverweigerung sind nicht selten. Wirklich gefährlich ist es für die Katze dann, wenn ein Darmverschluss droht, denn daran kann das Tier tatsächlich sterben.

Auslöser und Ursachen für Verstopfung bei Katern und Katzen

Die gute Nachricht ist, dass man Verdauungsproblemen und auch der Verstopfung gut vorbeugen kann. Eine gesunde Ernährung und eine korrekte Fellpflege beugen der Verstopfung vor. Allerdings gibt es auch unzählige Gründe, die eine Verstopfung auslösen, auf die der Mensch keinen Einfluss hat. Etwaige Erkrankungen können nämlich auch nicht durch eine gute Ernährung ausgeglichen werden. Wichtig ist aber in jedem Fall, frühzeitig zu handeln.

  • ballaststoffarme Ernährung
  • zu wenig Flüssigkeit
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Schmerzen
  • Fellwechsel
  • Stress
  • Erkrankungen des Magen- Darmtraktes

Daran erkennt man eine Verstopfung bei der Katze:

  • Katze leckt sich vermehrt am Darmausgang
  • Enormer Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • Teilnahmslosigkeit und Schwäche
  • Atemnot und Kreislaufprobleme
  • blutiger Kot oder Schleim im Stuhl
  • Erbrechen

Verstopfung bei Katzen lösen und vorbeugen – unsere Tipps:

Verstopfung kann für jede Katze gefährlich werden, deswegen stehts drauf achten.
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Es ist mit dem Menschen sehr gut zu vergleichen, wenn es um die Verstopfung geht, denn eben genannte Ursachen sind auch bei uns oft ein Problem und verursachen sie. Nahrung und Flüssigkeit sind meist Hauptgrund Nummer 1, vor allem Wassermangel ist für die Aufrechterhaltung eines gesunden Verdauungssystems absolut wichtig. Bei Katzen darf es aus diesem Grund auch nicht ausschließlich Trockenfutter geben, da ein Großteil der Flüssigkeit aus dem Nassfutter gezogen wird. Auch Ballaststoffe sind für das Tier wichtig, vor allem bei Wohnungskatzen, die eben mit dem Verspeisen einer Maus keine Haare oder Mägen zu fressen bekommen. Katzen die generell wenig trinken, könnten mit einem kleinen Trinkbrunnen dazu animiert werden. Katzen lieben nämlich fließendes Wasser und trinken auch gerne davon.

Übergewicht kommt in den meisten Fällen bei reinen Hauskatzen vor, ist aber manchmal auch einfach rassetypisch. So gibt es einige Katzenrassen, die extrem auf ihr Gewicht achten müssen, einfach weil die Ambitionen dafür da sind. Bewegungsmangel ist ebenfalls ein Problem reiner Wohnungskatzen. Hier muss für ausreichend Bewegung gesorgt werden, sei es mit Hilfe von Spielzeug oder durch das aktive Auffordern zum Spielen mit dem Menschen. Möglicherweise hilft es aber der Katze auch, aus einer Wohnungskatze eine Freigängerkatze zu machen. Bewegung fördert bekanntlich die Verdauung, auch bei Katzen.

Schmerzen aller Art veranlassen das Tier meist dazu, sich nicht mehr allzu viel zu bewegen oder zu belasten. So ist es bei Katzen mit Arthrose häufig zu beobachten, dass die Tiere es sich lieber auf dem Sofa gemütlich machen. Sind die Schmerzen sehr stark, so verzichtet so manches Tier lieber auf den Toilettengang. Dann könnte dieses Verhalten auf Dauer zu Verstopfung führen. Bereitet der Stuhlgang selbst schon Schmerzen, so wird die Katze erst recht ungerne zur Toilette gehen. Länger anhaltende Verhaltensweisen sollten unbedingt mit einem Tierarzt besprochen werden.

Eine weitere Ursache für die Verstopfung könnte der Fellwechsel sein, denn während dieser Zeit schlucken die Tiere enorm viel Fell. Die aufgenommenen Haare werden im Magen- und Darmtrakt gesammelt und zu Knäuel zusammengefasst. Kommen diese Knäuel nicht auf natürlichem Wege oben wieder raus, so können diese feststecken und zu Verstopfungen führen. Wohnungskatzen nehmen grundsätzlich mehr Fell auf, da sich diese nicht in freier Natur an Ästen und Gräsern das Fell abstreifen. Zuhause kann man während dieser Zeit aber sehr gut mit diversen Bürsten – als sehr hilfreich hat sich der Furminator erwiesen – nachhelfen. Während dem Fellwechsel 1-2 mal pro Woche bürsten.

Auch Stress löst Verstopfung bei Katzen aus, beispielsweise dann, wenn der Wohnort oder die Familie gewechselt wird oder das Tier Stress beim Autofahren verspürt. Hier kann ziemlich bald Abhilfe geschaffen werden, indem man dem Tier möglichst viel Zuneigung und Ruhe verschafft. Während akuter Stressphasen können Bachblüten viel bewirken.

Mögliche Erkrankungen die zu Verstopfung führen:

  • Tumore, Abszesse, Fremdkörper
  • Muskelschwäche Enddarm
  • Erweiterung des Dickdarms
  • Entzündungen im Darm oder Anus
  • Hypokaliämie
  • Nerven- oder Knochenverletzungen
  • Narben
  • Beckenbrüche
  • Arzneimittelnebenwirkungen

Katzenfutter bei Verstopfung

Verstopfung bei Katze – was hilft? Verstopfung ist häufig die Ursache einer zu trockenen Ernährung, die zu wenig Ballaststoffe enthält. Hier kann man ziemlich leicht gegensteuern, indem dem Tier möglichst viel davon verabreicht wird. Darüber hinaus können natürliche Abführmittel dem Tier bereits Erleichterung verschaffen. Wichtig ist nur, der Katze definitiv KEINE reinen Abführmedikamente oder Tropfen zu geben.

Ein weit bekanntes und natürliches Abführmittel stellt Magnesium dar. Zu fester Stuhl wird mit Hilfe dieses Stoffes erweicht und geschmeidig gemacht. Ein halber Teelöffel Magnesiumcitrat in Pulverform mit heißem Wasser mischen und dem Tier in drei Teilen zu trinken geben. Verweigert die Katze das Trinken komplett, so ist mit einer Spritze nachzuhelfen.

Ebenfalls sehr wirksam ist Kürbis, Flohsamen, Kokosöl, Olivenöl, Butter, Milch oder rohe Leber. Auch einige homöopathische Mittel können gegen Verstopfung parallel eingesetzt werden. Die bisher wirksamsten Mittel wären:

  • Alumina
  • Nux Vomica
  • Opium
  • Carcinosinum

Bei sehr schwerer Verstopfung kann auch ein Einlauf mit Salzwasser der Katze helfen. Allerdings sollte man dies nur in Absprache mit einem Tierarzt tun.


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