Artgerechte Katzenhaltung

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Katzenhalterin kuschelt mit der Katze.
Alena Ozerova / Shutterstock.com

Die  Artgerechte Katzenhaltung gehört generell zu einer der einfachsten Haltungen im Tierbereich. Die eher anspruchslosen Tiere benötigen neben ein paar grundlegender Dinge nämlich nicht viel, um glücklich und zufrieden zu sein. Auch in Sachen Kostenfaktor sind Katzen eher weniger kostenintensiv, anders als es vielleicht bei Hunden oder Kaninchen der Fall ist. Leider gibt es aber immer wieder Fälle von Vernachlässigungen, was die Katzenhaltung betrifft. Und so stellen wir uns die Frage, was es alles braucht, um eine Katze artgerecht zu halten.

Wohnungskatze und Freigänger

Für die einen gehört der tägliche Ausgang zu einer artgerechten Katzenhaltung, andere halten sich die Katzen in der Wohnung, was noch einmal einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. Freigängerkatzen sind in der Regel einfacher in der Haltung, da sie sich selbst um Beschäftigung kümmern, ausreichend Bewegung haben und sich den einen oder anderen Snack selbst fangen können. Hier sind Tierhalter weniger oft gefragt. Katzenbesitzer, welche in ihrer Wohnung eine Katzeklappe integriert haben, müssen sich oft nicht einmal um die Säuberung eines Katzenklos kümmern. Viele Katzen erledigen ihr Geschäft lieber im Freien, wenn sie die Wahl haben. Auch ist die Fütterung im Sommer nicht allzu aufwändig, denn dann finden vor allem Landkatzen täglich frische Vögel oder Mäuse.

Anders sieht es bei Wohnungskatzen aus, die sich auf eine gesunde Katzenernährung durch den Menschen verlassen müssen. Hier ist der Aufwand bereits größer, da das Tier täglich eine gesunde Mahlzeit zur Verfügung haben muss. Und auch in Sachen Beschäftigung und Bewegung müssen die Tierhalter ran. So sollte einer Wohnungskatze stets ausreichend Spielzeug und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, ebenso wie Möglichkeiten zum Krallenwetzen. Letzteres ist bei Freigängern ebenfalls kaum ein Thema, da die Tiere oft stundenlang auf Wald und Wiesen umherstreifen und sich ihre Krallen an Bäumen oder anderen Gegenständen wetzen können. Hauskatzen brauchen eine intensivere Pflege.

Welche Aspekte gehören zu einer artgerechten Tierhaltung?

Eine Glückliche Katze wird auf dem Schoss vom Halter gestreichelt.
ajlatan / Shutterstock.com

In der Regel sind es meist die Wohnungskatzen, die schnell einmal vernachlässigt oder nicht artgerecht gehalten werden. Viele vereinsamen oder langweilen sich tagsüber, was vor allem psychische Probleme auf den Plan ruft. So schaffen es vor allem berufstätige Personen oft nicht, ihren Katzen die notwendige Beschäftigung zukommen zu lassen. Um hier eine artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten, bedarf es meist das Hinzuziehen eines zweiten Artgenossen. Auch dies ist kein leichtes Unterfangen, immerhin müssen sich zwei oder mehr Katzen in einem Haushalt untereinander verstehen können.

Katzen wollen psychisch und physisch gefördert werden. Fehlt dies, so kommt es zu körperlichen Problemen. Entweder die Katzen resignieren und werden träge oder faul, oder aber sie verfallen in Depressionen. Dies kann sogar soweit führen, dass die Katzen ihre natürliche Fellpflege vernachlässigen. Ein verfilztes oder schlecht riechendes Fell kann ein erstes Anzeichen einer starken Vernachlässigung sein.

Artgerechte Tierhaltung bedeutet auch, eine gesunde Fütterung zu bieten. Freigänger haben es an dieser Stelle leichter. Sie können sich ihre tägliche Ration Vitamine, Proteine und Nährstoffe selbst erlegen. Wohnungskatzen brauchen diese Zufuhr per Katzenfutter. An dieser Stelle scheiden sich die Geister, denn ein hochwertiges Katzenfutter ist alles andere als billig. Dennoch benötigt die gesunde Katze eine Katzenfutter mit hohen Fleischanteil, weniger Getreide und andere Nebenerzeugnisse.

Ebenfalls artgerecht ist es, wenn dem Tier eine ausreichende Menge an Pflege zuteil wird. Wöchentliches Bürsten und kämmen gehört genauso zu einer guten Tierpflege, wie die Zahnkontrolle und das Stutzen der Krallen. Hierbei wird Krankheiten vorgebeugt und Missstände schnell erkannt. Die regelmäßige Vorstellung beim Tierarzt inklusive diverser Impfungen darf ebenfalls nicht kurz kommen.

Katzenhaltung bedeutet Verantwortung

Katzenpfote umarmt Menschliche Hand.
Nitikorn Poonsiri / Shutterstock.com

Wer sich eine Katze zulegt, der übernimmt gleichzeitig die Verantwortung für ein Lebewesen. Dieser Aspekt ist vielen nicht bewusst, denn eine Katze kann bis zu 20 Jahre alt werden. Für diesen Zeitraum sollten die Besitzer sich um das Tier sorgen können, auch im Alter und im Hinblick auf die anfallenden Kosten. Eine Katze möchte und muss erzogen werden, mit Kindern, Hunden und anderen Lebewesen klarkommen und ein schönes Zuhause bekommen.

Leider gibt es immer wieder Katzenbesitzer, die ihre Tiere nicht artgerecht halten. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Wohnung viel zu klein für eine Tierhaltung ist. Oder aber, wenn die Katze in keiner sicheren Umgebung aufwächst. Generell ist eine Artgerechte Katzenhaltung nur in verkehrsberuhigten Gegenden halbwegs sicher, es sei denn natürlich, es handelt sich um eine Wohnungskatze.

Katzen brauchen einen warmen, ruhigen und sicheren Platz, um sich ausruhen und Kraft tanken zu können. Gibt es in einer Wohnung keine Rückzugsmöglichkeiten, so beginnen die Tiere schnell, ihren Frust und den sich entwickelten Stress auszuleben. Viele Katzen entwickeln schließlich schlechte Gewohnheiten und Eigenarten, wie etwa das Kratzen an Wänden, Möbeln und Tapeten. Bei sehr stark vernachlässigten Tieren führt dieses Verhalten oft auch zur Selbstverstümmelung, beispielsweise dem eigenständigen Ausrupfen von Fell.

Eine Katze zieht ein – das gehört zur artgerechten Katzenhaltung:

Katze alleine halten – artgerecht? Einzelhaltung vs Zweitkatze (Bärbel)

Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine Katze bei sich einziehen zu lassen, der sollte ein paar Punkte abhaken, ehe er sich für die Anschaffung entscheidet. Zunächst stellen wir uns die Frage, ob denn die Wohnung artgerecht für eine Katze gestaltet werden kann und ob alle wichtigen Aspekte gegeben sind. Zieht die Katze ein, so sollten folgende Utensilien schon vorab besorgt worden sein:

  • Ein Katzenkorb oder andere Schlafplätze/Rückzugsmöglichkeiten
  • Eine Katzendecke
  • 2 Katzentoiletten für je eine Katze aus Hartplastik
  • staubarmes Einstreu für die Toiletten
  • Futternapf und Wasserschale
  • Katzenfutter, angepasst an die persönlichen Bedürfnisse des Tieres (Katzenfutter Kitten, Katzenfutter für Diabetiker etc.)
  • Schmutzmatte für Futterstelle
  • eine sichere Transportkiste für Tierarztbesuche oder andere Transporte
  • Matten zum Krallenwetzen oder diverse Kratzbretter
  • Kletterbäume oder diverse Alternativen um “hoch hinauf klettern”
  • eine Bürste
  • eine Krallenschere
  • Katzenspielzeug divers, je nach Geschmack, darunter mind. ein Intelligenzspielzeug
  • Leckerlies
  • Katzengras (bei Bedarf)

Mithilfe dieser Checkliste ist der Tierbesitzer weitgehend ausgerüstet, um einer Katze ein artgerechtes Leben bieten zu können. Dennoch gehört auch die Beschäftigung durch den Tierbesitzer dazu, die täglich etwa 1-2 Stunden betragen sollte. Ist das Tier schließlich eingezogen, so kann folgende Checkliste abgearbeitet werden:

  • Soll mein Kater, meine Katze, kastriert oder sterilisiert werden? (Freigänger)
  • Wurde mein Tier einem Tierarzt vorgestellt?
  • Sind alle Impfungen komplett?
  • Fand eine Entwurmung statt?
  • Nimmt die Katze die Toilette an?
  • Zeigt mein Tier besondere Auffälligkeiten, die noch abgeklärt werden müssen?
  • Macht mein Tier einen gesunden Eindruck, bzw. fühlt es sich wohl?
  • Sind Balkone und Fenster katzengerecht abgesichert?
  • Wurden für die Katze giftige Pflanzen oder Gegenstände entfernt?
  • Gibt es andere Gefahrenquellen in der Wohnung/Garten?

Klar ist, dass gerade frisch eingezogene Katzen zunächst etwas aufgewühlt und gestresst reagieren können. Gerade bei kleinen oder sehr jungen Katzen ist es nicht selbstverständlich, dass diese schon stubenrein sind und das Katzenklo benutzen. Hier bedarf es zunächst etwas Geduld, denn selbst stubenreine Tiger könnten für die ersten Tage ihre Sauberkeit vergessen.

Sofern all diese Aspekte nun abgearbeitet wurden, ist sichergestellt, dass die Tierhaltung artgerecht stattfindet. Alles andere obliegt dem Tierhalter. Nicht zu vergessen natürlich die täglichen Streicheleinheiten und die tägliche Ration Tierliebe, die jeder Katzenfreund an den Tag legen sollte.


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