Die Freigänger Katzen – Freiheit für die Streuner

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Sibirische Wildkatze im Wald
vvvita / Shutterstock.com

Für eine Katze mag es wohl nichts Schöneres geben, als durch die Wiesen und Felder zu streunern, Mäuse zu jagen und auf Bäume zu klettern. Freigänger Katzen führen ein ziemlich freizügiges Leben, sie können nach Hause kommen wann es ihnen beliebt, können auch mal tagelang umherstreifen und ihren natürlichen Trieben nachgehen. All diese Vorzüge bergen jedoch auch Gefahren, welche vor dem Freigang gründlich abgewogen werden müssen. Fakt ist leider auch, dass nicht jede Katze Freigang bekommen sollte. Doch woran erkenne ich als Katzenbesitzer, ob meine Katze eine Wohnungskatze, oder doch besser eine Freigängerkatze ist?

Sollte meine Katze eine Freigänger Katze sein?

Generell bleibt diese Frage einem jeden selbst überlassen. Tatsächlich sollte man sich allerdings schon vor dem Kauf einer Katze darüber Gedanken machen. Immerhin gibt es Katzenrassen, die so überhaupt nicht für die Haltung in der Wohnung geeignet sind und eigentlich zu 80% Freigang benötigen. Dann wiederum gibt es viele Wohnungskatzenrassen, denen es überhaupt nicht in den Krallen juckt, nach draußen zu kommen. Fakt ist also, dass man sich zunächst seine Katze anhand seiner Wohnsituation aussuchen sollte.

Aber wie sieht die perfekte Umgebung für eine Freigängerkatze aus?

  • Ländlichere Wohngegenden eignen sich perfekt für Freigänger, da weniger vielbefahrene Straßen in unmittelbarer Nähe liegen.
  • Viele Gärten umgeben die Wohnung
  • Menschen leben in der Nachbarschaft, die ebenfalls Tiere besitzen oder nichts gegen sie einzuwenden haben.
  • keine umliegenden Waldstücke, in denen häufig gejagt wird.

Generell sind Katzen, welche in einer Großstadt aufwachsen, eher weniger gut für den Freigang geeignet. Hier sieht man immer häufiger geschützte Balkone mit Katzengittern, sodass die Tiere immerhin auf diesem Bereich Freigang bekommen.

Gefahren einer Freigängerkatze

Katze spielt auf dem grünen Rasen
Bachkova Natalia / Shutterstock.com

Katzen, welche rein- und rausgehen können wann immer es ihnen beliebt, setzen sich automatisch diversen Gefahren aus. Zwar gewöhnen sich einige Tiere sogar an befahrene Straßen oder gewisse Gefahren in ihrer unmittelbaren Umgebung, allerdings sieht man auch immer wieder übersehene Vierbeiner tot am Straßenrand liegen. Kein schöner Anblick, mit dem aber gerechnet werden muss, wenn man seine Katze nach draußen lässt. Tatsächlich ist das keine schöne Vorstellung, allerdings sind viele Katzen Straßen gewöhnt.

Neben den unnatürlichen Feinden einer Katze lassen sich auch noch die natürlichen Feinde der Katze nennen. So sind freilaufende Hunde, Füchse oder andere “Raubtiere” immer eine potenzielle Gefahr für die Katze. Generell können sich Katzen sehr gut in freier Natur verteidigen, sie lernen das Kämpfen oder schnell auf einem Baum in Sicherheit bringen. Ab und an gewinnt jedoch auch der Stärkere und der Vierbeiner kommt nicht mehr nach Hause. Auch Kämpfe unter Rivalen kommen vor, sodass es sein kann, dass die Katze die eine oder andere Verletzung mit nach Hause bringt.

Darüber hinaus gibt es leider auch Menschen, die mit unseren geliebten Haustieren nicht allzu viel anfangen können. Sie streuen Gift wissentlich oder scheren sich schlicht nicht darum, ob das ausgestreute Schneckengift von Katzen gefressen werden könnte. Ebenso gefährlich sind Stromzäune oder enge Schlupflöcher in Gebäuden. Nicht selten verschwinden die Freigänger und kehren nicht  mehr nach Hause zurück. Die meisten Freigänger Katzen wissen allerdings, wo sie sich ungefährlich aufhalten können.

Katze an Freigang gewöhnen – so klappt es garantiert!

Freigänger-Katzen – Balkon und Garten I FRESSNAPF

Wer eine reine Wohnungskatze zuhause hat und feststellt, dass er dem sehnsüchtigen Blick in die Freiheit seines Vierbeiners nicht länger standhalten kann, der überlegt womöglich, seiner Katze Freigang zu gewähren. Tatsächlich gibt es Katzen, die einfach nach draußen wollen und unglücklich mit der reinen Wohnungshaltung sind. Dann ist die Option des Freigangs natürlich durchaus verständlich, denn wer möchte schon einen unglücklichen Kater zuhause haben?

Um die Katze an den Freigang zu gewöhnen bedarf es eigentlich nicht viel. Die Katze wird eigenständig ihre Umgebung erkunden, man selbst kann dann nicht mehr dabei sein. Wichtig ist allerdings, dass die Katze gut an ihr Zuhause gebunden ist und sie sich auch dort wohlfühlt. Manchmal nehmen Vierbeiner auch Reißaus und kommen nicht wieder zurück, beispielsweise wenn die Katzenhaltung nicht artgerecht ist.

Für die Gewöhnung an die Natur kann man dem Tier an einem schönen, sonnigen Tag einfach mal die Türe oder Terrassentüre öffnen und zusehen, was passiert. Das Tier sollte selbst nach draußen gehen können und bei Bedarf selbst wieder hereinkommen dürfen. Einige verlieren bereits dann das Interesse, andere erkunden voller Neugierde die Umgebung. Der Einbau einer Katzenklappe steht nun an.

Vor dem Freigang sollten ein paar grundlegende, gesundheitsbedingte Fragen geklärt werden. Bei Katern und Katzen stellt sich gleichermaßen die Frage nach der Kastration oder Sterilisation. Vor allem die weiblichen Tiere werden mit ziemlicher Sicherheit, früher oder später, mit einem dicken Bauch von ihren Feldzügen zurückkehren. Leider nehmen es vor allem die Besitzer von Katern nicht immer allzu ernst mit der Kastration, immerhin haben sie mit möglichen Schwangerschaften nichts zu tun. Dennoch kann man sich verantwortlich anderen gegenüber zeigen und sein Tier kastrieren, bzw. die Katzen sterilisieren lassen. Dies verhindert ungewollten Nachwuchs, der sich schon mal auf bis zu 10 Junge erstrecken kann. Auch sind Revierkämpfe unter kastrierten Tieren weniger üblich, da es meist die unkastrierten Kater sind, die Haus und Hof verteidigen.

Vor dem Freigang sollte das Tier gechipt werden, um bei einem Fund durch einen anderen identifiziert werden zu können. Sollte das Tier beispielsweise tagelang nicht zurückkommen und von einem anderen gefunden werden, so können Besitzer schnell ermittelt werden. Neben dem Chippen sollte gleichzeitig auch eine Entwurmung stattfinden, welche immer im Frühjahr und Herbst durchzuführen ist. In freier Natur ist es immerhin nur eine Frage der Zeit, ehe der erste Wurmbefall vorkommt. Auch diverse Mittel gegen Zecken sind sinnvoll, ebenso wie tägliche Kontrollen durch den Menschen.

Wichtig: Von Halsbändern mit Namen und Adresse ist abzusehen, da Freigänger daran leicht hängen bleiben und sich verletzen können. Besser geeignet sind Tätowierungen am Ohr oder das moderne Einsetzen von Chips.

Umzug mit Katze – Freigänger an eine andere Umgebung gewöhnen

Freigängerkatze auf der Straße von Korsika
Andrea Geiss / Shutterstock.com

Wer eine Freigängerkatze zuhause hat und umzieht, der sollte bedenken, dass Katze umgebungsbezogen sind. Im Vergleich zum Hund, der sich stark an seinem Rudel, also an seinen Menschen, orientiert, ist der Katze ihre gewohnte Umgebung wichtiger als der Mensch. Das bedeutet, dass nach einem Umzug der Drang der Katze gegeben ist, wieder zurück in ihre sichere Umgebung zu kommen. Würde man das Tier zu früh wieder hinaus lassen, so kann es passieren, dass die Katze zurück in ihre frühere Umgebung läuft. Es soll dabei schon Katzen gegeben haben, die von Italien zurück nach Deutschland gefunden haben. Man sollte also nicht darauf vertrauen, dass sich der Vierbeiner nach einem Umzug nicht mehr orientieren könne. Das Gegenteil ist meist der Fall.

Nach allgemeiner Regelung sollte man die Katze nach einem Umzug rund 2-3 Monate nicht aus dem Haus lassen. Solange, bis das Tier die neue Umgebung als neues Zuhause anerkannt und akzeptiert hat. Sie muss erst lernen, wo ihr neuer Platz ist und genau dort sollte sie sich zwingend erst einmal wohlfühlen. Drängt das Tier nach draußen, miaut und verbreitet Stress, so darf man sie auf keinen Fall ins Freie lassen. Erst wenn die Katze ihr gewohntes Verhalten an den Tag legt, kann an einen Freigang gedacht werden.

Katzen Freigang ohne Katzenklappe

Nicht jeder kann und darf eine Katzenklappe in seiner Tür integrieren. Dies ist vor allem in Mietwohnungen der Fall, wenn der Vermieter zwar die Haltung einer Katze billigt, aber nicht möchte, dass Türen oder Fenster mit einer Katzenklappe versehen werden. Dann funktioniert der Freigang gegebenenfalls auch ohne. Allerdings muss man dem Tier immer die Tür öffnen und die Katze muss lernen, entsprechend Bescheid zu geben, wenn sie raus möchte. Einige Katzen kratzen an den Fenstern und Türen, wenn sie rein- oder raus gelassen werden möchten. Der Nachteil liegt allerdings darin, dass man hier immer nach dem Zeitplan der Katze spielen muss. Bestenfalls lässt man diese Katzen nachts nicht nach draußen, viele gewöhnen sich auch an fixe Freigangszeiten.

Wie alt werden Katzen Freigänger?

Katzen Freigänger werden bekanntlich weniger alt als reine Wohnungskatzen. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein, sodass man hier keine pauschale Antwort geben kann. Es gibt durchaus Freigänger, die ebenso alt werden, wie Wohnungskatzen. Immerhin fehlt es den Freigänger nicht an Bewegung oder mal der einen oder anderen, nährreichen Maus vom Feld. Auch leiden diese Tiere weniger häufig an Verstopfungen oder anderen Erkrankungen, vorausgesetzt, man lässt sie umfangreich vom Tierarzt impfen.

Laut Statistik jedoch sterben Freigänger Katzen früher, was wohl den vielen Unfällen und ähnlichen Todesfällen geschuldet ist. Diversen Gefahren sind Wohnungskatzen einfach nicht ausgesetzt, sodass diese oftmals steinalt werden. Dies soll nun aber kein Grund dafür sein, seine Katze, die eigentlich ins Freie möchte, im Haus einzusperren. Hier kommt es sicherlich auf das Individuum und die persönlichen Gegebenheiten an.

Freigänger Katze im Winter

Im Winter lassen es sich die Vierbeiner natürlich ebenfalls nicht nehmen, ins Freie zu kommen. Allerdings kann es sein, dass die Ausflüge nicht mehr allzu lang werden und auch mal ein paar Tage dazwischen liegen, ehe man sich wieder an die frische Luft begibt. Dann ist das völlig in Ordnung, denn Katzen werden im Winter meist träger und verschlafener. Einigen ist es schlicht zu kalt, zu nass und feucht, vor allem nachts schätzen sie ihren warmen Platz auf der Heizung sehr.

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