Die richtige Katzen Fellpflege für Lang- und Kurzhaarkatzen.

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Weiße Perserkatze wird gebürstet.
DreamBig / Shutterstock.com

Angora, Main-Coon, Perser oder Birma – langes, seidiges Fell ist der Inbegriff der Katzenschönheit. Aber auch Kurz- und Mittelhaarrassen haben es den Menschen angetan und so wurde die Katze zum beliebtesten Haustier der Menschheit. Damit die Schönheiten aber auch entsprechend so bleiben, bedarf es einer guter Katzen Fellpflege. Doch keine Sorge, die ist bei Langhaarkatzen nicht zwingend aufwändiger, als bei Kurzhaarrassen. Immerhin übernehmen gesunde Katzen die Pflege weitgehend alleine. Übermäßiges Zutun des Menschen ist hingegen eher kontraproduktiv. Dennoch sollte man sich an ein paar grundlegende Dinge halten, wenn man eine Katze mit glänzend gepflegtem Fell haben möchte.

Katzen Fellpflege und Fellwechsel – mehr Aufwand im Frühjahr und Herbst.

Langhaarkatzen haben ebenso einen Fellwechsel wie Kurzhaarkatzen, es bleibt also gleich, ob die Haare lang oder kurz sind – verloren gehen sie trotzdem. Im Frühjahr wirft die Katze das Winterfell ab, im Herbst das Sommerfell, passieren tut dies von ganz alleine. Das Sommerfell wird sogar mit einem gewissen UV-Schutz versehen, welches gleichermaßen vor Hitze schützt. Im Winterfell findet man hingegen besonders dichtes und isolierendes Unterfell, welches vor allem vor Kälte und natürlich Nässe schützt. Während der Wechselphasen kann der Katze natürlich nachgeholfen werden, die größte Arbeit erledigt sie aber auch selbst.

Katagene, telogene und exogene Phase im Fellwechsel

Wichtig ist, dass die Katze den Fellwechsel alleine durchführen kann. Man sollte also davon absehen, täglich mehrere Stunden zu bürsten, solange bis sämtliche Haare aus der Katze entfernt sind. Dies würde verhindern, dass die Katze in die anagene Phase kommt, in der neue Haarwurzeln produziert werden. Verglichen werden kann dieser Prozess mit einer hormonellen Umstellung, wie sie auch beim Menschen vorkommt.

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Nach der anagenen Phase kommt es zur katagenen Phase, einer Übergangsphase, in der das Haar aufhört zu wachsen und in die telogene Ruhephase übergeht. In diesem Zeitraum wächst das Fell also nicht und bleibt bis zum nächsten Fellwechsel genau so bestehen. Erst während der exogenen Phase fällt das ausgewachsene Fell wieder ab. Und genau das kann ganz schön viel werden, von der gesamten Katze betrachtet macht dies fast ein Viertel ihres Körpergewichtes aus.

Der Haarwechsel funktioniert bei Hauskatzen besonders gut, denn hier müssen sich die Tiere nicht auf enorme Kälte-Warm-Wechsel einstellen und plötzliche Kälteeinbrüche ausgleichen. Die Temperaturen bleiben konstant, weswegen die Phasen besonders stark ausgeprägt sind und die Tiere mehr Haar verlieren.

Britisch Kurzhaar Katze genießt die Fellpflege.
Sergey Gerashchenko / Shutterstock.com

Bürsten als Katzen Fellpflege

Täglich verlieren Katzen Unmengen an Fell, während dem Fellwechsel ist das natürlich noch viel extremer. Die Haare landen auf der Kleidung, auf dem Sofa, dem Boden und eigentlich überall. Wer seine Katze bürstet, der verhindert, dass die ohnehin losen Haare einfach irgendwo ausfallen, sondern in der Bürste bleiben.

  • Bürsten hat darüber hinaus sehr viele positive Auswirkungen:
  • Fellpflege fördert nicht nur unter Tieren die Beziehung, sondern auch zwischen Mensch und Katze.
  • Bürsten fördert die Durchblutung der Haut
  • Der Fellwechsel wird beschleunigt
  • Katzenfell landet nicht auf dem Boden, sondern in der Bürste
  • Das Fell kann gesammelt und weiterverarbeitet werden

Info: Wer zwei oder mehrere Katzen zuhause hat, der wird vielleicht feststellen, dass sich einige untereinander putzen. Diese soziale Aufmerksamkeit sollte nicht unterbunden werden, es ist ein Zeichen von Zuneigung.

Katze genießt die Fell bürste.
Olleg / Shutterstock.com

Katzen Fellpflege und Bürsten bei Wohnungskatzen und Freilaufkatzen

Das Bürsten der Katzen ist vor allem bei Wohnungskatzen wichtig, denn hier rupfen sich die Tiere das Fell selbst heraus. In freier Natur streifen sie das Fell an den Büschen oder Zweigen ab oder verlieren es durch das Herumtoben. Das nicht ungefährliche daran ist, dass die Katzen die Haare verschlucken und diese im Verdauungstrakt stecken bleiben. Dann kann es zu gefährlichen Darmverschlüssen kommen, was nicht selten auf dem OP Tisch endet. Generell erbrechen Katzen ihre Fellknäuel wieder, bei Wohnungskatzen ist es aber zu viel Fell, was verschluckt wird.

So wird das Katzenfell richtig gebürstet:

  • Immer in Fellrichtung des Katzenfells bürsten.
  • Bei Langhaarkatzen das Deckfell anheben und zuerst die Unterwolle heraus bürsten, erst dann normal weiter machen.
  • Nicht zu scharfe Kämme oder Bürsten verwenden, keine Widerhaken sondern abgerundete Spitzen.
  • Je dicker und dichter das Fell, desto breiter die Kämme und Bürsten.
  • Kurzhaarkatzen alle zwei Tage, Langhaarkatzen täglich während dem Fellwechsel bürsten.
  • Mit dem Furminator reicht das Bürsten 2x pro Woche für 5 Minuten

Junge und neue Katzen an die Fellpflege gewöhnen

Katzen kämmen! Furminator vs Bürsten

Viele Katzen haben ein Problem mit der Katzen Fellpflege, bzw. dem Bürsten, möglicherweise weil sie schon einmal schlechte Erfahrungen machen mussten oder einfach, weil es ihre Stimmung nicht zulässt. Hier sind Katzen eigen und es bedarf ein wenig Überredungskunst, sich doch einmal bürsten zu lassen. Jetzt hilft es nur, der Katze die Katzen Fellpflege schmackhaft zu machen.

Am besten springt man nicht direkt ins kalte Wasser, auf keinen Fall sollte man die Katze während der Katzen Fellpflege festhalten oder zwingen, sitzen zu bleiben. Viel effektiver ist es, die Katze langsam an den Gegenstand zu gewöhnen, indem die Bürste zunächst einfach auf dem Boden liegt und von dort aus begutachtet werden kann. Während intensiver Schmusephasen kann die Bürste dann hin und wieder zufällig über das Fell gleiten. Wer eher spielerisch an die Sache herangehen möchte, der lässt die Bürste jagen oder spielt anderweitig mit ihr. Auch mit den Lieblingsleckerlies lassen sich viele Katzen motivieren, sich Dinge etwas genauer anzusehen.

Die Alternative – der Katzen Fellpflege Handschuh

Einige Katzen ergreifen bereits die Flucht, wenn die Bürste nur in die Hand genommen wird. Lässt sich das auch nicht bessern, so könnte ein spezieller Handschuh die Lösung sein. Der Handschuh wird dabei einfach angezogen und beim Streicheln verwendet. Meist merkt die Katze dann überhaupt nicht, dass etwas nicht stimmt, viele empfinden das sogar als sehr angenehm.

Schönheit kommt von Innen – Ernährung und Vitamine bei der Katzen Fellpflege

Auch wir können noch so gute Haarkuren verwenden, wenn wir uns ungesund ernähren, wird das Haar niemals richtig glänzen oder gesund aussehen. Gleiches gilt für die Katze. Auch hier ist die richtige Ernährung ein wichtiger Bestandteil für ein gesundes Fell. Dieses besteht zu einem großen Teil aus Eiweiß und genau damit sollte die Katze auch während der Fütterung zu tun bekommen. Mangelernährung erkennt man schnell am glanzlosen Fell oder gar am Haarausfall neben dem Fellwechsel.

Eiweiß und Fett sind diejenigen Bestandteile im Futter, die für gesundes Haarwachstum benötigt werden. Weniger gut geeignet sind Kohlenhydrate und Ballaststoffe, welche sehr ausgeprägt in schlechtem Katzenfutter vorkommt. Auch ungesättigte Fettsäuren sind wichtig, um der Katze ein gutaussehendes Fell zu verschaffen. Beispielsweise lässt sich hier gutes Lachsöl oder Lachspastete kaufen.
Weiterhin wichtig sind:

  • Vitamine A, B und E
  • Zink
  • Kupfer
  • Ungesättigte Fettsäuren
  • Eiweiß
  • Fette

Tipp: Im Zoofachhandel gibt es spezielle Fellpflegepasten für Katzen zu kaufen. Diese enthalten meist die wichtigsten Bestandteile und sorgen für eine ausreichende Zufuhr an Vitaminen und Nährstoffen. Die perfekte Ergänzung zur Katzen Fellpflege.

Fellverlust neben dem regulären Fellwechsel – diese Probleme könnten vorliegen:

Eine Katze, die neben dem regulären Fellwechsel viel Haar verliert, könnte möglicherweise krank sein. Häufig liegt es am Futter oder aber daran, dass eine Futterumstellung den Hormonhaushalt komplett durcheinander gebracht hat. Eine sehr einseitige Ernährung mit ausschließlich Trockenfutter kann sich auf die Beschaffenheit des Fells auswirken.

Darüber hinaus liegt es auch oft am akuten Vitaminmangel, welcher sich ziemlich schnell ausgleichen lässt. Auch für Katzen gibt es entsprechende Präparate. Auch der Tierarzt kann helfen und gute Produkte empfehlen. Lachs, Olivenöle oder Weizenkeimöle sind beispielsweise gute Helfer in Sachen Vitaminhaushalt.

Milben und Flöhe werden bei näherer Betrachtungsweise schnell erkannt und auch sie können eine Ursache dafür sein, wenn die Katze viel Fell verliert. Ein Befall sollte von einem Tierarzt behandelt werden. Darüber hinaus sind Wurmkuren ein absolutes Muss, denn Flöhe können auch Würmer übertragen. Auch das gehört zur Katzen Fellpflege dazu.

Stress und außergewöhnliche Belastungen sind eine von vielen Ursachen, die einer Katze zum Haarausfall verhilft. Stress entsteht beispielsweise dann, wenn ein neuer Mitbewohner einzieht, beispielsweise eine neue Katze oder ein Neugeborenes. Auch nach einer Trächtigkeit oder nach Operationen sind die Katzen einer ungewöhnlichen Situation ausgesetzt, die sich schon mal im Haarausfall bemerkbar macht.

Zuletzt seien auch mögliche Hormonstörungen, Stoffwechselerkrankungen oder Autoimmunschwächen zu nennen. Um das ausschließen oder diagnostizieren zu können, bedarf es meist einer Untersuchung durch einen Tierarzt.

Die Katzen Fellpflege nicht zu kompliziert gestalten

Eine gesunde Katze kümmert sich selbst um ihr Aussehen. Tut sie das nicht und lässt sie filzige Stellen entstehen, stimmt etwas nicht. Oft sind auch Wunden hierfür verantwortlich. Wichtig ist, sich nicht allzu viel Stress mit der Fellpflege zu machen, sofern alles normal verläuft. Neben dem Fellwechsel reicht es völlig aus, 2-3 Mal pro Monat zur Bürste zu greifen.

Sollte ich meine Katze baden?

Katzen wollen und müssen nicht gebadet werden! Sofern sich das Tier nicht vorab in einem Gülletank gewälzt hat oder aufgrund eines Flohbefalls chemischen Shampoos ausgesetzt werden muss, braucht eine Katze nicht zu baden. Dafür wird sie dich ohnehin ein paar Wochen lang hassen – wenn es also nicht sein muss, muss die Katze nicht mit Wasser in Berührung kommen. (Ausnahmen stellen die Türkisch-Van dar, die einzige Katzenrasse, die gerne mit Wasser zu tun hat.)
Alles in allem sind Katzen, was die Pflege anbelangt, eher unkompliziert solange sie gesund sind, gutes Futter bekommen und auch sonst in einer sorglosen Umgebung leben dürfen.

Weiterführende Informationen:


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