Katzenkrallen schneiden – darauf kommt es an

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Katzenkrallen bei vom Tierarzt geschnitten.
Sergey Gerashchenko / Shutterstock.com

Die Krallen einer Katze sind mit, die wichtigste Waffe und zugleich das wichtigste Werkzeug, das sie besitzen. Mit Hilfe der Krallen ist es einer Katze möglich Bäume hochzuklettern, ihre Beute zu packen oder sich zu verteidigen. Doch auch beim spielen mit ihrem Besitzer kann es schon mal vorkommen, dass eine Katze ihre Krallen ausfährt und man selbst zu spüren bekommt, wie scharf sie sein können. Doch auch wenn es darum geht an Möbeln oder einer verschlossenen Schlafzimmertür zu kratzen wünscht sich der ein oder andere Besitzer ab und zu die Krallen seiner Katze kürzen zu dürfen. Aber wann ist das kürzen der Krallen notwendig und vor allem aber gerechtfertigt? Diese und viele andere Fragen werden in diesem Artikel beantwortet, während Tipps dabei helfen sollen das Katzenkrallen schneiden umzusetzen.

Wissenswertes über die Krallen einer Katze

Eine Katze besitzt in der Regel 18 Krallen, die wie bei uns Menschen ständig nachwachsen. Deshalb ist es wichtig, seine Katzenkrallen zu stutzen und zu pflegen. Sie bestehen aus zwei Hornschichten. Dem Krallenhorn (außen) und dem Mark (innen). Das Krallenhorn bildet sich ständig neu und muss deshalb regelmäßig gewetzt werden, um die verbrauchte Schicht abzutragen. Beim Mark ist Vorsicht geboten denn es besteht aus durchbluteten Gewebe und ist demnach auch schmerzempfindlich. Damit sie die Krallen ein und ausfahren können verfügen die Pfoten einer Katze über eine Art Klappmechanismus bei dem die Muskeln angespannt werden, um die Krallen auszufahren und wieder entspannt werden, um sie einzufahren, damit sie nicht unnötig abgenutzt werden. Bei Babykatzen ist es wiederum so, dass sie ihre Krallen noch nicht einfahren können und bis sie das kontrollieren könne vergeht auch einige Zeit. Allerdings ist Mutter Natur wie bei vielen Dingen auch hier sehr raffiniert gewesen und hat dafür gesorgt, dass die Babys ihre Mutter im Leib nicht verletzen können, indem die Krallen von einer Art Schutzschicht umhüllt sind, die nach der Geburt einfach austrocknet und abfällt.

Ist das schneiden der Krallen denn notwendig?

Katzenkrallen Pflege beim Tierarzt
Ermolaev Alexander / Shutterstock.com

Normalerweise kommen unsere Vierbeiner mit dem Wetzen und Pflegen ihrer Krallen ganz gut ohne uns aus. Allerdings müssen dazu gewisse Umwelteinflüsse stimmten. Eine Outdoor-Katze zum Beispiel nutzt generell Bäume, Steine oder auch eine geteerte Straße um die nötige Körperpflege durchzuführen. Deshalb ist es bei Freigängern im Normalfall nicht nötig die Krallen zu stutzen. Bei einer Indoor-Katze sieht das allerdings schon ein wenig anders aus denn auch wenn das säubern der Pfoten durch spreizten und knabbern zur täglichen Routine gehört, hat sie nicht so viele Möglichkeiten ihre Krallen abzuwetzen wie ein Freigänger und braucht deshalb auch einen Kratzbaum oder ähnliches, um nicht auf die geliebten Möbel zurückgreifen zu müssen.

Ansonsten ist das Katzenkrallen schneiden nur notwendig, wenn die Katze schon etwas älter ist und es alleine nicht mehr schafft oder man ein deutliches „Klacken“ hört, wenn der kleine Vierbeiner seine Runden dreht, um eine Verletzungsgefahr durch hängenbleiben zu vermeiden.

Worauf ist zu achten?

Um die Krallen einer Katze zu stutzen, ist es wichtig, die richtigen Instrumente zu nutzen, um Verletzungen zu vermeiden. Auf eine spezielle Krallenzange sollte daher nicht verzichtet werden und auch wenn die Nagelschere oder der Knipser noch so scharf sind, eignen sie sich nicht, um die Sichelförmigen Krallen einer Katze zu kürzen. Darauf sollte außerdem geachtet werden:

  • Es sollten immer ein paar Wattestäbchen und Wasserstoffperoxid bereitstehen, um eine möglich Blutung umgehend stoppen zu können.
  • Um das Splittern der Krallen zu vermeiden sollte eine Glasfeile mit rundem Kopf verwendet werden.
  • Die Instrumente sollten immer sauber und desinfiziert sein, um eine Infektionsgefahr zu vermeiden.
  • Nicht vergessen, dass eine Katze über eine fünfte, kleine Kralle an der Seite verfügt. Denn auch wenn diese nicht genutzt wird, wächst sie genauso wie die anderen.
  • Es sollte darauf geachtet werden, dass man nicht zu viel kürzt. Ansonsten erwischt man die Gefäße und die Katze wird verletzt. Diese lassen sich in den meisten Fällen aber gut erkennen. Das Maximum liegt bei 2 mm vor den Gefäßen.
  • Die Prozedur sollte alle zwei Monate gemacht werden, so verhindert man, dass die Kralle zu lang und umständlich werden, außerdem schmerzen zu lange Krallen der Katze.

Krallen schneiden richtig gemacht:

Wenn alle Schneideinstrumente und Mittelchen vorbereitet sind, fehlt eigentlich nur noch eins. Die Katze. Jeder Katzenbesitzer weiß ganz genau, wie schwierig es sein kann, die Vierbeiner zu untersuchen oder gar zu behandelt. Deswegen wählt man am besten ein kleines Zimmer, in welchem sich die Katze zwar wohlfühlt, aber nicht verschwinden oder sich auf hohen Stellen verstecken kann. Auch sollten die einen oder anderen Leckerlis mitgenommen werden, da die Prozedur für die Katze nur wenig Entspannung bringt.

  • Hat man die Katze gut im Griff nimmt man sich die erste Pfote und drückt in die Mitte der Tatze. So fahren die Katzen ganz automatisch ihre Krallen aus und man hat freie Sicht. Es ist ganz wichtig, dass man die Pfote gut im Griff hat und sich die Katze weder wehren oder die Pfote wegziehen kann. Das ist für alle Parteien das Beste.
  • Auf der Kralle sind winzige rote Gefäße zu sehen. Zu Kürzen sind die Krallen bis maximal zwei Millimeter vor den roten Gefäßen. Alles, was zu weit abgeschnitten wird und in die Gefäße geht, ist sehr mehr als schmerzhaft für die Katze.
  • Entweder mit einem Knipser oder einer speziellen Krallenzange werden die Krallen im rechten Winkel gestutzt. So verhindert man, dass die Kralle splittert.
  • Nachdem die Krallen geschnitten sind mit einer Nagelfeile glätten und zuspitzen. Damit werden winzige Splitter entfernt, welche der Katze sonst beim Ein- und Ausfahren der Krallen Schmerzen bereiten und sich entzünden können.
  • Nach jeder Pfote die Katze beruhigen und je nachdem wie brav sie war wird ein Leckerli geben.

So schneide ich meiner Katze die Krallen

Die Katze bei der Krallenpflege unterstützen

Wie bereits erwähnt, kümmern sich Katzen eigentlich selbst um die Körperpflege. Sie stutzen ihre Krallen in der Regel mehrmals täglich und es gehört zur routinemäßigen Katzenpflege, wie das Putzen selbst. Um der Katze ein wenig Unterstützung zu bieten, ist ein Kratzbaum oder auch jede andere härtere Fläche, an welcher die Katze ungestört kratzen darf, eine gute Anschaffung. Man kennt es ja, dass die frechen Vierbeiner an der Couch oder an dem teuren Kissenbezug kratzen. Das muss nicht sein. Allerdings sollte es idealerweise eine Stelle, Stuhl oder Teppich geben, an welchem sie kratzen dürfen, soviel sie wollen. Auch wenn Katzen das sonst an Bäumen machen, ist ein solcher Platz im Haus wichtig.

Denn sie putzen sich auch nur, wenn sie sich sicher fühlen. Falls das draußen nicht der Fall sein sollte, werden auch die Krallen länger und länger. Es muss also kein teurer Kratzbaum gekauft werden und die Kratzspuren müssen auch nicht überall im Haus zu sehen sein. Auch eine Methode sind Spielsachen. Wenn Katzen in Laune kommen, kratzen sie während dem Spielen ganz automatisch am Spielobjekt oder am Boden.

Allgemeine Tipps zum Thema Katzenkrallen schneiden

Dem Kitten werden die Krallen gestützt
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Die Katze freut sich im Normalfall mindestens genauso sehr auf das Krallenschneiden, wie kleine Kinder, wenn es zum Zahnarzt geht. Also überhaupt nicht. Es liegt an uns die Katze zu beruhigen und eine angenehme Atmosphäre vor, während und nach dem Schneiden zu schaffen. Am besten vor und nach dem Schneiden die Katze ein wenig streicheln.
Wenn Katzen gerade sehr verspielt sind oder man ihnen hinterherjagen muss, um sie einzufangen, dann sollte eher ein anderer Zeitpunkt gewählt werden, weil dann die Blutgefäße in den Krallen mehr durchblutet sind. Vor dem Abendessen ist ein guter Zeitpunkt. Dann sind sie meistens vor lauter Hunger schön brav, vom anstrengenden herumliegen über den Tag müde und man selbst hat auch etwas mehr Zeit, als wenn man es morgens vor der Arbeit macht.

Auch ein Mittel, wie das Krallenschneiden in Zukunft einfacher wird, ist, die Prozedur mit etwas angenehmen, bzw. auf keinen Fall mit etwas Negativem Verbinden. Deshalb gibt es ab und zu Leckerlis, keine lauten Geräusche und nicht zu viele Personen im Raum. Als Besitzer einer Katze weiß man aber eigentlich ganz genau, wann sie sich wohl fühlt und wann nicht.

Abschließend ist es ein guter Tipp, die Katze langsam daran zu gewöhnen, dass man ihre Pfoten in der Hand hat. Wenn sie gerade auf dem Schoss liegt und gestreichelt werden will,  einfach ab und zu die Pfoten in die Hand nehmen und sanft massieren. Das mag sie vielleicht anfangs nicht gerne, merkt aber nach kurzer Zeit, dass ihre Pfoten in guten Händen liegen. So ist allgemein mehr Vertrauen da, auch während dem Schneiden.


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