Perserkatze – ruhige Wohnungskatzen mit sanftem Gemüt

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Wunderschöne Perserkatze mit schwarz - weißen Fell.
YaiSirichai / Shutterstock.com
Perserkatze Steckbrief
KatzenartLanghaarkatze
Herkunft / UrsprungIran
Gewicht und GrößeWeibl.: 5-6 Kilogramm; Männl.: 7-8 Kilogramm
Aussehen, Augen- und FellfarbeKurze Nase, runde große Augen, bunte Fellvarianten, sehr viel Fell und viel Unterwolle, längeres Fell im Gesicht, um den Hals und am Schwanz, gedrungener Körper und kurze Beine.
Charaktereigenschaften

Aktivitäten:

Verspieltheit:

Anhänglichkeit:

Für Kinder geeignet:

andere Haustiere:

Bewegungsdrang:

Pflegeaufwand:

Krankheiten/Anfälligkeiten:

 

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Kosten/Preis400 – 800 Euro
Lebenserwartung12-17 Jahre
Besonderheiten / AufwandHoher Pflegeaufwand, ruhiger Charakter, wenig Drang zur Bewegung und  nach Aufmerksamkeit.

Geschichte und Herkunft

Die Perserkatze gehört zu den wohl ältesten Katzenrassen dieser Welt, beinahe jeder hat das typische Bild der Rasse im Kopf. Wie genau das Aussehen der Perser zustande kam, ist bis heute nicht komplett geklärt. Vermutungen zufolge hatte es eine Kreuzung aus persischen/russischen Katzen und der Angorakatze gegeben. Man nimmt weiterhin an, dass die Rasse ihren Ursprung im heutigen Iran fand, von wo aus sie sich im orientalischen Raum ausbreitete und etwa um 1500 die Türkei passierte. Perser gehören zu den Langhaarkatzen, ebenso wie die Angora aus der Türkei, dessen Namen sie dem früheren Namen Ankara zu verdanken hat.

Anfänglich des 17. Jahrhunderts kamen die ersten Langhaarkatzen nach Europa, man weiß aber nicht genau, ob direkt aus Persien oder aus Ankara in der Türkei. Jedenfalls sorgte die langhaarige Rasse in Europa für Aufsehen und auch der Typ des Fells war vollkommen neu, dennoch liebte man die Rasse schon von Beginn an. Allerdings hatten die Perser damals noch nicht ihre typisch flache Nase und das eher platte Gesicht.

Die Rasse galt anfänglich als Statussymbol, Adlige hielten sich die persischen Schönheiten um einen gewissen Eindruck zu hinterlassen. Immerhin waren Langhaarkatzen generell etwas Besonderes. Ja, man betrachtete sie als Luxus, der den Reichen und Mächtigen der Welt vorbehalten blieb. Im 20. Jahrhundert erreichte die Rasse schließlich auch einen gewissen Modestatus, auch in den USA, wo man vor allem die Nase kürzer züchten wollte.

Daraus resultieren schließlich richtige Massezuchtanstalten, weshalb sich das „perfekte“ Aussehen generell unterscheidet, vor allem in den Ländern. Heute ist die Perser eine der beliebtesten Katzenrassen der Welt, man kreuzt sie weiter mit heiligen Birma oder der Britisch Kurzhaar und erhofft sich dadurch ganz neue, ausgefallene Farbkombinationen.

Aussehen und Eigenschaften

  • Flaches Gesicht
  • Kurze Nase, große und runde Augen
  • Dreifarbig und vielseitig
  • Gedrungener Körperbau
  • Kurze Beine
  • Längeres Fell um Hals und Schwanz

Perser Katze Rasseportrait | FRESSNAPF

Perser sind keine sehr großen Katzen und gehören zu den kleinen, bis mittelgroßen Rassen. Kater können aber trotzdem bis zu 7-8 Kilogramm schwer werden, die weiblichen Tiere sind nur geringfügig leichter. Dies liegt natürlich am allgemein schweren Körperbau. Farblich unterscheiden sich die Perser extrem, denn es gibt unendlich viele Zeichnungen und Farben, sehr häufig sind auch mehrfarbige Varianten zu sehen. Auch was die Augenfarbe betrifft, können diese unterschiedlicher nicht sein. So gibt es häufig orangefarbene, kupferfarbene, blaue, grüne und braune Augen.

Generell sind Perserkatzen sehr stämmig, flauschig und allgemein eher rundlich gebaut. Ihr gedrungener Körper steht auf kurzen, aber kräftigen Beinen. Das Fell ist sehr lang, seidig und besteht aus einem dichten Deckhaar und einer extrem reichhaltigen, vollen Unterwolle. Schulter und Brust besitzen eine Art Halskrause aus noch längerem Fell, vergleichbar mit einem Collie oder Löwen. Der Schwanz ist ebenfalls sehr lang und nicht weniger flauschig als der Bereich um den Hals. Wahrscheinlich sind es diese Eigenschaften, welche die Katze so beliebt machen.

Die Augen der Katze stehen weit auseinander, sind groß und rund. Weiße Perser sind extrem beliebt, da sie meist hellblaue und strahlende Augen besitzen. Die Perserkatze mit Nase ist sehr kurz, sodass es erstmals den Eindruck erweckt, als würde man das Gesicht vorher plattgedrückt haben.

Freigänger Perserkatze mit weißen Langhaar Fell.
K o R n/ Shutterstock.com

Perserkatze Charakter

Diese Rasse gehört zu den „Perserkatzen mit Nase“, die mit dem ausdrucksstarken Gesichtsausdruck, der ab und an ein Schmunzeln bei uns hervorruft. Was den Charakter der Katze betrifft, so gehören die Perser zu den eher gelassenen Rassen. Fast könnte man außerdem behaupten, dass sie beinahe stoisch, abwesend oder teilnahmslos ist. Dies erklärt auch, weswegen die Rasse besonders friedfertig und fügsam ist, beinahe schon genügsam. Konfrontationen geht sie lieber aus dem Weg, Hauptsache kein Stress. Dennoch ist sie ihrem Menschen gegenüber alles andere als teilnahmslos, denn auch sie liebt es, von ihrem Besitzer gestreichelt und geschmust zu werden. Auch das gehört zum Perserkatze Charakter dazu – eine durch und durch verschmuste Art, ohne aufdringlich zu sein.

Was Fremde betrifft, so geht die Perserkatze erst einmal auf Abstand und in den Beobachtungsmodus. So leicht lässt sie sich nämlich nicht auf etwas Neues ein, sodass sie lange Zeit erst einmal sehr zurückhaltend wirkt. So sind die Perser auch sehr bequem und eher nicht so sehr verspielt und kletter- oder bewegungsfreudig. Wer von seiner Katze Höchstleistungen und stundenlanges Spielen erwartet, der wird mit dieser Katzenrasse unglücklich werden.

Die Perserkatzen sind perfekte Wohnungskatzen, denn auch der Drang nach Draußen und die Lust am Abenteuer, der Jagd und der Bewegung in der freien Natur sind eher wenig stark ausgeprägt. Dies liegt vielleicht auch am eher gedrungenen und schwerfälligen Körperbau. Ihr genügt es, wenn ein kleiner Balkon zur Verfügung steht, auf dem sie sich gemütlich ausruhen und das Geschehen beobachten kann.

Perserkatze Haltung – die perfekte Wohnungskatze

  • Genügsam und unauffällig
  • Gibt sich mit wenig Aufmerksamkeit zufrieden
  • Zweitkatze dennoch empfehlenswert
  • Perfekt für reine Wohnungshaltung

Die Haltung der Perser gestaltet sich generell ziemlich unproblematisch, auch ist diese Rasse die wohl geeignetste Wohnungskatze überhaupt. Die sehr gemütlichen Wesen geben sich mit wenig zufrieden, auch was die tägliche Gesellschaft durch ihre Besitzer oder andere Katzen betrifft. So eignen sich die Perser auch perfekt für Berufstätige, denn die Katze kann für viele Stunden alleine zuhause bleiben, ohne dass es dem Menschen übel genommen wird. Diese Eigenschaften sollten aber nun nicht zum Anlass genommen werden, das Tier ständig und dauerhaft alleine zu lassen. Der Grad zur Vernachlässigung ist bei diesen Tieren sehr schmal, sodass sich ein zweites Tier durchaus empfiehlt.

Braune Perserkatze mit den Hell Braunen Augen
Alena Stalmashonak / Shutterstock.com

Perserkatze Pflege

  • Sehr aufwändiges Langhaarfell
  • Tägliches Bürsten
  • Tägliches Augen auswischen
  • Ggf. einmal pro Monat Baden

So unkompliziert die allgemeine Haltung der Perserkatze auch ist, umso pflegeaufwändiger ist die Fellpflege. Das Fell der Tiere neigt nämlich extrem zu Verfilzungen, sodass Besitzer täglich zur Bürste greifen müssen. Auch die Augen der Perser sind empfindlich und bekannt dafür, häufig zu tränen. So sollte man auch hier jeden Tag eine Kontrolle durchführen, da Perserkatzen leicht zu Bindehautentzündungen neigen. Perser lassen sich aber gerne bürsten, vorausgesetzt, sie wurden schon als Perser Kitten daran gewöhnt. Verfilzungen können nur dann vermieden werden, dass wirklich jeden Tag eine Fellpflege erfolgt. Damit sich das einfacher gestaltet, kann man zu Babypuder greifen. Der Fellwechsel erfordert viel Geduld, denn die Perser verlieren trotz Bürsten enorm viel Fell, die sich überall in der Wohnung wiederfinden werden.

Gesundheitliche Probleme und genetische Vorerkrankungen

  • Verengte Nasenöffnungen und Tränenkanäle
  • Nach innen drehen der Augenlider
  • Nierenzysten

Leider gehört die Perserkatze auch zu den Rassen, die ziemlich überzüchtet worden sind. Dies erfolgt leider häufig ohne Rücksicht auf gesundheitliche Probleme. So sollte klar sein, dass auch die Perser sehr mit Problemen zu kämpfen hat, bzw. es haben könnte.

Beispielsweise sind aufgrund der zurückgezüchteten Nase verengte Nasenöffnungen und Tränenkanäle typisch. Dies führt unweigerlich zu Verstopfungen und Atemproblemen, Entzündungen und weiteren Schwierigkeiten im Laufe des Alters. Leider sind auch Nierenzysten erblich bedingt, welche allerdings sehr gut mit Gentests ausgeschlossen werden können. Aus diesem Grund sollten Perserkatzen ausschließlich von seriösen Züchtern gekauft werden, denn nur dann erhält man eine einigermaßen gesunde Rasse.

Perserkatze kaufen

Wichtig beim Kauf einer reinrassigen Perser ist, sich vorab einen seriösen Züchter zu suchen. Sehr häufig werden die Tiere auch zu einem extrem günstigen Preis im Internet angeboten. Diese Angebote sind allerdings eher mit Vorsicht zu genießen, da hier selten seriöse Papiere und Gentests vorliegen. Perser Kitten zum Schnäppchenpreis stammen eher weniger aus einer seriösen Zucht und der günstige Kauf entpuppt sich nicht selten zu einer eher teuren Investition. Leider sind viele Perser Kitten nicht gesund. Wer gesunde Tiere kaufen möchte, der muss mit einem Preis von bis zu 800 Euro rechnen.

Worauf beim Kauf zu achten ist:

  • Zu flacher oder zu hoher Schädel
  • Probleme bei der Atmung
  • Stark tränende Augen
  • Zierlicher und zarter Körperbau
  • Sehr langgestreckter Körper

Perser mögen es generell ruhig und gemütlich. Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine Perserkatze bei sich aufzunehmen, der sollte zunächst die familiären Umstände kennen. Sehr laute, hektische Familienleben sind eher nichts für die ruhigen Gemüter der Perser. Singles oder ältere Menschen und Berufstätige können mit einer Perser eher glücklich werden.

Weiterführende Informationen:


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