Artgerechte Katzenbeschäftigung für aktive Katzen und Katzenbesitzer

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Katze spielt mit den Feder.
Elya Vatel / Shutterstock.com

Katzen beschäftigen ist mitunter nicht immer ganz einfach, denn manchmal muss man eben ganz schön kreativ werden. Vor allem dann, wenn es um sehr aktive und spielfreudige Katzen geht. Veranschaulichen können wir dies mit dem Charakter der Siamkatze, welche dafür bekannt ist, gerne und möglichst viel zu spielen. Und nicht nur das, diese Rasse möchte lernen, aktiv in das Familienleben einbezogen werden und überall mitmischen. Andere Katzenrassen sind für ihre Genügsamkeit bekannt, wobei sie nur ab und an für wenige Minuten ihren Spieltrieb herausholen. Die restliche Zeit genießen sie die Sonne auf dem Fensterbrett oder genießen die Stille der Einsamkeit.

Die richtige Beschäftigung für Katzen

Wie viel deine Katze beschäftigt werden möchte, hängt vom persönlichen Charakter ab. Jede Katze ist anders und möchte anders beschäftigt werden. Eine definierte Anleitung gibt es also nicht, was den zeitlichen Rahmen betrifft. Und meist sind es sowieso unsere Vierbeiner, die uns zum Spielen auffordern, selten umgekehrt.

Fakt ist natürlich, dass Wohnungskatzen mehr Beschäftigung benötigen als Freigänger. Katzen die tagsüber draußen sind, gehen jagen, klettern auf Bäume, streunen durch die Landschaft und kehren zum Abendessen und Schlafen wieder nach Hause zurück. Selten, dass diese Katzen dann noch mit dem Menschen spielen möchten. Wohnungskatzen spielen entweder mit ihren Kollegen oder als Einzelkatze mit ihrem Menschen. Auch hier ist es wichtig, dass die Katze ihren natürlichen Drängen nachgehen kann.

Die richtige Beschäftigung orientiert sich demnach nach den natürlichen Bewegungsabläufen, beispielsweise dem Jagen. Während die Katze draußen einer Maus hinterherjagen kann, wird eine Wohnungskatze diesen Drang ebenfalls nachgehen wollen. Typische Jagdspiele mit diversen Schnüren, Stoffmäusen oder Federbällen sind daher sehr beliebt. Die meisten Katzen springen nach einer kurzen Aufforderung darauf an und verfallen in ihren naturgegebenen Jagdmodus.

Warum Spielen und Beschäftigung so wichtig sind!

Katze spielt auf einem Kratzbaum.
Oksana Bystritskaya / Shutterstock.com

Nicht nur Katzen Kitten spielen und bewegen sich gerne, auch ältere, kranke oder dicke Katzen haben unter Umständen Freude an der Bewegung und Beschäftigung. So ist das Spiel für den Menschen oft eine gute Gelegenheit, einen Bezug zur Katze aufzubauen. Mehr noch – eine artgerechte Katzenhaltung beinhaltet das regelmäßige beschäftigen der Katze, alles andere gehört in die Kategorie Vernachlässigung. Wichtig ist es also, sich spezielle Spielstunden mit der Katze einzurichten, bestenfalls natürlich tagsüber, sodass man sich keine nachtaktive Katze heranzieht.

Was passiert, wenn die Katze zu wenig Auslastung bekommt?

Verhaltensprobleme kennen viele Katzenbesitzer, die wenigsten führen dies jedoch auf die Auslastung zurück. So kann eine schlechte Auslastung und Beschäftigung der Katze zu Langeweile und Depressionen führen. Auch verfallen einige Tiere in eine Art Einsamkeit und schieben Frust. Frust bei Katzen äußert sich dann auf vielfältige Weise, einige beginnen, willkürlich den Menschen zu attackieren, andere beginnen damit, die Wände anzukratzen. Bei manchen äußert sich die Langeweile – ähnlich wie bei manchen Menschen – in Form von übermäßigem Fressverhalten. Wer also untypische Merkmale an seiner Katze bemerkt, der kann es zunächst mit ein wenig mehr Beschäftigung versuchen.

Warum sollte ich meine Katze beschäftigen?

Katzen sind Bewegungstiere und wollen beschäftigt werden. Dicken Katzen verhilft eine regelmäßige Bewegung zu einer schlanken Figur. Bei kranken Katzen kann die Beschäftigung sogar zu einer besseren Genesung beitragen, da sich diese meist auch auf das Wohlbefinden auswirkt. Wichtig ist dies vor allem bei Tieren, die selbst ihren Lebenswillen schon aufgegeben haben. So kann die Beschäftigung die eingeschlafenen Zellen aktivieren, die Katze schafft es vielleicht aus ihrem Trauermuster auszubrechen und wieder Freude am Leben zu finden.

Ängstlichen Katzen hilft das Spiel, Vertrauen und Selbstbewusstsein zu fassen. Ängste werden nachweislich während dem Spielen abgebaut, was vor allem bei jungen Tieren oftmals noch der Fall ist oder eben dann, wenn die Katze in eine neue Umgebung eingewöhnt werden muss.

Wie finde ich die richtige Beschäftigung für meine Katze?

5 Hacks: Katzenspielzeug aus Klopapierrollen basteln

Katzenbesitzer finden mit der Zeit selbst heraus, welche Spiele die Katze mag und welche eher uninteressant sind. Sehr gut geeignet für alle Katzen sind allerdings Intelligenzspielzeuge, welche die Sinne und das Denken anregen und fördern. Wichtig ist auch hier die Abwechslung, denn hat eine Katze ein Intelligenzspielzeug einmal heraus, wird sie das so schnell nicht vergessen. Dann ist die Kreativität des Besitzers gefragt, der sich immer wieder neue Nachdenkspiele ausdenken muss.

Welche Intelligenzspielzeuge sind geeignet?

Katze spielt mit einem Fangball.
Anastasia Sokolenko / Shutterstock.com

Generell kann man sich auch selbst passende Spielzeug bauen, andernfalls gibt es sie zu Hauf in den Tierläden zu kaufen. Gemeint sind beispielsweise Futterbälle, Fummelbretter oder kleine Labyrinthe, die kleine Leckerlies zur Verfügung stellen, wenn die Aufgabe gelöst wurde. Für die geistige Auslastung hat sich der Clicker bewährt, wie er auf ähnliche Weise auch beim Hundetraining verwendet wird.

Einigen Katzen werden Intelligenzspielzeuge schnell langweilig, da auch sie immer die gleichen Aufgaben bereitstellen. So reicht es diesen Katzen also nicht, sich nur damit zu beschäftigen. Man könnte also an diesen Stellen versuchen, der Katze ein paar Tricks beizubringen. Zu beachten ist allerdings, dass Katzen in der Regel nicht allzu schnell lernen wie es bei Hunden der Fall ist und sich auch nicht alle Tiere gleichermaßen dafür begeistern können. Auch hier kann aber der Clicker beim Training helfen. Beginne mit einfachen Aufgaben aus dem Alltag, beispielsweise indem ein Leckerlie unter der Teppichkante versteckt wird. Alternativ kann sogar ein leerer Eierkarton zum Spielzeug werden. Um die Katze nicht zu frustrieren ist es wichtig, dass die Tiere ein Erfolgserlebnis haben, also das Ziel erreichen. So darf man ihnen ruhig hin und wieder dabei helfen.

Wenn die menschliche Beschäftigung nicht ausreicht

Der katenzypische Jagdinstinkt ist selbst nach dieser jahrelangen Zeit, in der die Katze nun schon mit dem Menschen zusammenlebt, nicht verloren gegangen. Somit muss der Mensch dafür sorgen, dass die Katze ihren natürlichen Instinkten und Drängen nachgeben kann. Katzen können sich nämlich schnell langweilen, wenn sie nicht ausreichend befriedigt werden. Typisch für unterforderte Katzen sind auch ihre “wilden fünf Minuten”, die für uns Menschen teilweise richtig lustig anzusehen sind. Eigentlich äußert sich in diesem Verhalten aber eine ziemliche Unterforderung, die schnellstens ausgeglichen werden sollte.

Einige Katzen können jedoch nicht genug bekommen, zumindest nicht von ihrem Menschen. Sei es, weil diese täglich mehrere Stunden aus dem Haus sind oder weil sie einfach nicht die Zeit finden. Dann muss eine Ersatzbeschäftigung her, bestenfalls in Form eines zweiten Mitbewohners. Es gibt jedoch auch Katzen, die generell nicht für die Wohnungshaltung geeignet sind und frustriert sind, solange sie nicht ins Freie dürfen. Hier sollte man sich also am Wohl des Tieres orientieren.

Spielen mit unseren Vierbeinern macht Spaß, wichtig ist aber, dass sie artgerecht und angemessen ist. Überforderung kann demnach genauso ein Problem werden, wie Unterforderung. Wer seiner Katze zu viel abverlangt und Dinge mit ihr anstellt, auf die sie eigentlich keine Lust hat, der sollte einen Gang zurückfahren. Schnell äußert sich die Überforderung nämlich in Aggressivität.


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