Katzen zusammenführen – Tricks und Tipps

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Zwei Katzen beschnuppern sich.
Nailia Schwarz / Shutterstock.com

Vorab sei gesagt, dass es kein Erfolgsrezept für erfolgreiches Zusammenführen von Katzen gibt. Immerhin haben Katzen, auch wenn wir inzwischen rassetypische Eigenschaften festmachen können, einen eigenen Kopf. Jeder Katzenbesitzer weiß nur zu gut, wie eigenwillig, stur und unberechenbar die Hauskatze sein kann. Selbst die liebenswerteste Britisch Kurzhaar kann sich auflehnen, wenn sie den neuen Mitbewohner nicht riechen kann. Wer es dennoch vor hat, der darf sich anfänglich nicht entmutigen lassen. Es gibt nämlich ein paar tolle Tricks und Tipps, welche die Zusammenführung von Katzen und Kitten oder Katzen und Katern einfacher gestalten. Geduld ist die oberste Devise.

Katzen zusammenführen Dauer und Verhaltensphasen

Fakt ist, dass eine falsche Zusammenführung zweier Katzen das Aus einer lebenslangen Freundschaft bedeuten kann. Katzen sind leider bekanntlich nachtragend und vergessen nie etwas, ein großer Nachteil, wenn man gleich zu Beginn gravierende Fehler begeht. Die wichtigste Regel, wenn man zwei Katzen zusammenführen möchte, lautet: Niemals die neue Katze einfach laufen lassen, wenn sie im neuen Zuhause angekommen ist.

Wie lange es dauern wird, ehe sich zwei Katzen kuschelnd in den Pfoten liegen und unzertrennlich Futter, Schlafplatz und Co. teilen, ist ungewiss. Ob dies überhaupt der Fall sein wird, ebenfalls. Aus diesem Grund muss man den Tieren genau die Zeit geben, die es benötigt. Erst wenn das Gefühl aufkommt, dass sich die Katzen niemals miteinander verstehen werden, muss an eine endgültige Trennung gedacht werden. Läuft alles nach Plan, so kann die Zusammenführung von Katzen schon gut 4 Wochen andauern. Diese Zeit ist üblich, denn niemand gewöhnt sich innerhalb weniger Tage aneinander.

Das Verhalten der Katzen, vom Einzug bis zur erfolgreichen Eingewöhnung, ist unterschiedlich. Generell beginnt die erste Phase aber damit, dass beide Katzen enorm unter Stress stehen. Die bereits dort wohnende Katze ist aufgrund der Veränderung in den vertraulichen vier Wänden gestresst, der Neuankömmling aufgrund der überhaupt neuen Umgebung. In der Annäherungsphase beginnen beide Katzen herauszufinden, ob sie sich generell mögen oder nicht. Hier ist schnell erkennbar, ob gewisse Aggressionen vorhanden sind oder nicht. Der Neuankömmling wird womöglich in seine Schranken gewiesen werden, nicht selten kommt es dabei zu heftigen Streits.

Möglich ist es aber auch, dass der Neue auf Anhieb akzeptiert wird, etwa weil davon ausgegangen wird, dass von diesem keine Mächte streitig gemacht werden. Letzteres ist vor allem bei kleinen Kitten der Fall, denn erwachsene Katzen gehen nur selten auf Babys los und verletzen diese absichtlich. Sofern das passiert, kann die kleine Katze ein schweres Trauma beibehalten, was also unbedingt zu vermeiden ist.

Katzen Zusammenführung Tricks und Vorgehen

Zwei Süße Katzen schlafen.
jormmemories / Shutterstock.com

Für die Katzen bedeutet die Zusammenführung Stress. Aus diesem Grund muss die Möglichkeit bestehen, dass sich der „Herr im Haus“ in aller Ruhe den Neuankömmling ansieht. Wichtig ist, die beiden nicht auf Anhieb zusammenzulassen. Womöglich ist die Hauskatze nun etwas sauer, ist vielleicht auch verunsichert oder hat Angst. Wichtig zu wissen ist, dass sich die neue Katze immer ausgeliefert fühlt. Sie kennt weder Umgebung, noch Lebewesen und keine Schutzmöglichkeiten.

Besser ist es also, die neue Katze ohne die vorhandene Katze herumzuführen. Bei Freigängern könnte man diese nach draußen bitten, damit der Neuankömmling seine neue Umgebung in aller Ruhe erkunden kann. Möglich wäre aber auch, beide durch hohe Gitter räumlich zu trennen, der neuen Katze also erst einmal einen eigenen Raum zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist außerdem, der neuen Katze alleine die Möglichkeit zu geben, alles genau zu inspizieren. Das Katzenklo ausfindig zu machen, Gerüche zuzuordnen und Versteck- oder Spielmöglichkeiten zu entdecken. Die Versteckmöglichkeit ist eine der wichtigsten Aspekte, denn die neue Katze soll Schutz suchen können, um alles aus sicherer Entfernung zu erkunden.

Räumliche Trennung

Beide Katzen bekommen eigene Räume, wobei der Neuankömmling am besten nur einen Raum zur Verfügung hat. Die alte Katze sollte nach Möglichkeit ihr gewohntes Terrain behalten dürfen. Wichtig ist nämlich, keine Eifersucht zu schüren. Aus diesem Grund muss diese auch nach Strich und Faden verwöhnt werden, damit sie begreift, keinen Konkurrenten im Haus zu haben. Die neue Katze bekommt natürlich eigenes Futter, Wasser und ein Katzenklo und erst einmal weniger Aufmerksamkeit. Diese ist auch anfänglich nicht nötig, da die neue Umgebung anstrengend genug ist.

Auf keinen Fall darf das Hauptinteresse der neuen Katze zu Gute kommen, auch wenn es bei kleinen Babykatzen ziemlich schwer fällt. Hauptakteur muss die alte Katze bleiben!

Erstes Zusammentreffen

Die Zusammenführung von Katzen und Kitten oder Katern dauert je nachdem eine Woche, bis hin zu 4-6 Wochen.

Wichtig ist, dass alle beteiligten friedlich und entspannt agieren. Geht der eingesessene Mitbewohner mit aufgestelltem Fell und fauchend an der Tür der neuen Katze vorbei oder wirkt gestresst, ängstlich oder unsicher, so dürfen beide noch nicht zusammentreffen. Schlägereien und Verletzungen sind dann vorprogrammiert.

Haben sich aber beide Katzen an die neue Situation gewöhnt, so kann schlicht die Tür geöffnet werden. Nicht selten kommt es beim Katzen Zusammenführen zu Fauchen und Knurren, das ist in der Regel ganz normal, denn die große Liebe ist es am Anfang in den wenigsten Fällen. Auch ein paar Katzenhiebe oder ein paar ruppige Schläge sind normal. Heftige Kämpfe allerdings müssen sofort unterbunden werden. Man selbst bleibt bestenfalls einfach relativ unbeteiligt in der Nähe, trennt die Katzen jedoch während der ersten Nächte wieder voneinander.

Freundlichkeiten belohnen

Positive Verstärkung bei Katzen funktioniert meist immer, das können lobende Worte, Streicheleinheiten oder Leckerlies sein. Fauchen und Knurren darf mit einem souveränen „Nein“ unterbunden werden. Verzichten sollte man auf Schläge oder Wasser-Sprühflaschen.

Gemeinsam fressen lassen

Zwei Katzen essen aus zwei Futternäpfen.
Poprotskiy Alexey / Shutterstock.com

Es gibt einige Katzen Zusammenführen Tricks, einer von ihnen besteht im Futter, denn Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Dafür bekommt jeder einen eigenen Futternapf, welche jedoch in einem geringen Abstand aufgestellt werden. Bei Aggressionen wird der Abstand vergrößert.

Neues Spielzeug kaufen

Altes Spielzeug wird vermutlich bereits im Besitz der bisher dort wohnenden Katze sein und auch der Geruch ist entsprechend angenommen. Wichtig ist aber, dass Kratzbäume, Kuscheldecken und Spielzeuge auch für die neue Katze zur Verfügung stehen. Nur so kann sich die neue Katze wohl genug fühlen, wenn sie auch ihr „eigenes“ Spielzeug markieren kann.

4 Tipps für Freundschaften zwischen Katzen | Zusammenführung von Katzen

Zwei Katzen zusammenführen – nicht immer unproblematisch!

Die Katzenzusammenführung verläuft leider nicht immer ohne Probleme. Vor allem die alte Katze kann an dieser Stelle zum Problem werden. Wer also eine zweite Katze kaufen möchte, der sollte sich zunächst Gedanken über die richtige Zweitkatze machen. Katzen sind in der Regel sozialverträglich, mögen es auch gar nicht, immer alleine zu sein. Allerdings sind Katzen sehr wählerisch, sodass man auf keinen Fall unbedacht an die Suche nach einer neuen Katze herangehen sollte. So kann man sich vor dem Kauf folgende Fragen stellen:

  • Welchen Charakter hat meine Katze?
  • Wer passt zu meiner Katze aufgrund des Charakters?
  • Welches Geschlecht passt zu meiner Katze?
  • Welche Katzenrassen harmonieren laut Rassebeschreibung am besten?
  • Welches Alter sollte die neue Katze haben?

Wer eine sehr dominante und eifersüchtige Katze hat, der wird eine Katze benötigen, die sich ebenfalls nichts gefallen lässt. Andernfalls kann es dazu kommen, dass die unterwürfige Katze gemobbt wird. Scheue und sehr ruhige Katzen können wiederum einen Partner gut vertragen, der selbst etwas mehr Stärke in sich trägt. Die Zusammenführung von Katzen und Kitten funktioniert beinahe immer, da die Kleinen noch das Sozialverhalten der erwachsenen Katze abschauen und in diesen keine Konkurrenz sehen.

Leider gibt es auch Fälle, in denen funktioniert überhaupt keine Zusammenführung. Möglich ist, dass die alte Katze verhaltensauffällig wird, plötzlich beginnt, Möbel kaputt zu machen und auf den Teppich zu urinieren. Dies können Anzeichen von Trotz und Widerstand sein, die sich mit der Zeit legen. Passiert das nicht, so kann es zu Fehlern bei der Eingewöhnung gekommen sein. Mit eben aufgeführten Tipps klappt es aber meist immer.

Ein letzter Tipp: Für die Zusammenführung sollte man sich möglichst Urlaub nehmen und Zuhause sein. So kann man am sichersten feststellen, wie beide Parteien aufeinander reagieren und wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, beide zusammen zu lassen.


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